19:58 18 Oktober 2018
SNA Radio
    Politik

    Umbettung von Kriegstoten: Tallinn tadelt Russlands Diplomatie für Verdrehung von Fakten

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 01
    TALLINN, 24. April, (RIA Novosti). Das estnische Außenministerium hat eine Note aus Moskau vom Montag gerügt, welche sich auf das Bestreben bezieht, die Kriegsgräberstätte am Fuße des Denkmals für die gefallenen sowjetischen Soldaten in Tallinn zu schleifen. In Estlands Hauptstadt wird von einer vorsätzlichen Entstellung der Fakten und Lügen gesprochen.

    "Im estnischen Außenministerium ist ein Dokument der russischen Seite eingegangen. Wir prüfen, in welcher Form und zu welchem Zeitpunkt wir es beantworten. Bedauern ruft hervor, dass das Dokument von einer vorsätzlichen Verfälschung von Fakten und von Unwahrheiten strotzt. Die estnische Regierung lässt sich in ihren Beschlüssen von den in der Republik Estland geltenden Gesetzen, den Normen des Völkerrechts und den guten Traditionen leiten", hat Ehtel Halliste, Sprecherin des Außenministeriums in Tallinn, gegenüber RIA Novosti erklärt.

    Der Botschafterin Estlands in Russland, Marina Kaljurand, war am Montag im Moskauer Außenministerium eine Note ausgehändigt worden, in der entschieden gegen die Absicht der estnischen Regierung protestiert worden war, die gefallenen sowjetischen Soldaten am Mahnmal in Tallinn zu exhumieren. Die Behörden werden aufgerufen, die Pläne zum Abriss des Denkmals und zur Umbettung der Kriegsgefallenen aufzugeben, weil sie auf eine Umschreibung der Geschichte des Sieges der Anti-Hitler-Koalition im Zweiten Weltkrieg abzielen. In der Note wird darauf hingewiesen, dass das Vorhaben nicht nur den Normen des Völkerrechts widerspricht, sondern auch nicht mit den elementarsten Prinzipien menschlicher Moral und der Humanität zu vereinbaren sind.

    Estlands Verteidigungsminister Jaak Aaviksoo hatte am 18. April einen Befehl erlassen, laut dem die Ausgrabung der sowjetischen Kriegstoten am Bronzesoldaten zu Fuß des Tonismägi-Hügels im Zentrum von Tallinn schon am 25. April beginnen soll. Er richtete an die Stadtverwaltung der estnischen Hauptstadt ein Schreiben, in dem informiert wird, dass die Arbeiten in den gesetzlich festgelegten Fristen aufgenommen werden. Im Gesetz über die Kriegsgräberstätten heißt es, der Besitzer des Grund und Bodens, auf dem sich die Ruhestätten befinden, müsse spätestens eine Woche vor Beginn der Ausgrabungen in Kenntnis gesetzt werden, also in diesem Fall können die Ausgrabungen schon am 25. April beginnen.

    In der vergangenen Woche hat die estnische Regierung bekannt gegeben, dass sie die Öffentlichkeit über die Identifizierung der sterblichen Überreste der sowjetischen Soldaten informiert und über die Botschaft Russlands in Tallinn mit den Hinterbliebenen in Kontakt treten wird.

    Zu Fuß des Monuments sind 1947 die Überreste von 13 sowjetischen Soldaten beigesetzt worden, die bei der Befreiung Estlands von den Hitler-Faschisten im Herbst 1944 gefallen sind. In Estland gibt es insgesamt ungefähr 450 Kriegsgräberstätten aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges, wo 50 000 Sowjetsoldaten ruhen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren