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    Microsoft-Raubkopien: Neuer Prozess gegen Schuldirektor beginnt

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    NISCHNI NOWGOROD, 25. April (RIA Novosti). Der im Februar eingestellte Gerichtsprozess gegen den Direktor einer Dorfschule im russischen Gebiet Perm (Ural), Alexander Ponossow, wegen der Nutzung illegaler Microsoft-Kopien wird am heutigen Donnerstag wieder aufgenommen.

    Der Direktor wird beschuldigt, auf den Schulcomputern Raubkopien des Microsoft-Betriebssystems Windows installiert und dem US-Softwarehersteller somit einen Schaden von 266 000 Rubel (knapp 8 000 Euro) zugefügt zu haben.

    Wie RIA Novosti bereits berichtete, hatte die Staatsanwaltschaft im vergangenen Jahr bei einer Kontrolle in der Schule festgestellt, dass auf den Computern illegale Windows-Kopien installiert sind. Gegen den Schuldirektor wurde ein Strafverfahren wegen Verletzung des Urheberrechts eingeleitet, bei einer Verurteilung droht ihm eine Strafe von maximal fünf Jahren Freiheitsentzug. Er selbst beteuert seine Unschuld.

    Der erste Prozess begann im Dezember 2006. Am 15. Februar stellte das Gericht in der Stadt Wereschtschagino das Verfahren wegen Geringfügigkeit ein. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete den Gerichtsbeschluss als unrechtmäßig und forderte einen neuen Prozess.

    Auch Ponossow legte eine Berufung ein, in der er forderte, den Prozess nicht wegen Geringfügigkeit der Tat, sondern wegen mangelnden Tatbestandes einzustellen.

    Ende März hob das Kreisgericht Perm als höhere Instanz den Gerichtsbeschluss "wegen Prozessverstöße" auf und ordnete ein neues Verfahren an.

    Wie die Präsidentin von Microsoft Russland und GUS, Olga Dergunowa, RIA Novosti sagte, hat nicht Microsoft das Strafverfahren ausgelöst. Microsoft wünsche eine friedliche Einigung, betonte Dergunowa. Microsoft habe den Fall analysiert und beschlossen, keine rechtlichen Schritte gegen Ponossow zu unternehmen.