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    Japans Außenminister in Russland - Wirtschaftskooperation im Mittelpunkt, Kurilen und Friedensvertrag am Rande

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    Japans Außenminister Taro Aso trifft am heutigen Donnerstag zu einem eintägigen Besuch in Moskau ein, um mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow und dem Sekretär des Sicherheitsrats, Igor Iwanow zu verhandeln.

    MOSKAU, 03. Mai (RIA Novosti). Japans Außenminister Taro Aso trifft am heutigen Donnerstag zu einem eintägigen Besuch in Moskau ein, um mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow und dem Sekretär des Sicherheitsrats, Igor Iwanow zu verhandeln.

    Das ist der erste offizielle Russland-Besuch eines japanischen Außenministers seit 2004.

    Der japanische Minister soll an der Eröffnung eines neuen Gebäudes der japanischen Botschaft in Moskau teilnehmen. Während des Besuchs des japanischen Ministers soll der weitere Zeitplan für den politischen Dialog zwischen beiden Ländern auf verschiedenen Ebenen für die kommende Phase diskutiert werden, einschließlich der Vorbereitung eines Treffens von Russlands Präsident Wladimir Putin und Japans Premier Shinzo Abe am Rande des G8-Gipfels in Heiligendamm im Juni. Das teilte der offizielle Sprecher des russischen Außenministeriums, Michail Kamynin, RIA-Novosti mit.

    Es sei nicht ausgeschlossen, dass Japan das Thema seiner territorialen Ansprüche in Bezug auf die Kurilen-Inseln an Russland und der Unterzeichnung eines Friedensvertrags zwischen beiden Ländern anschneiden werde, so Kamynin.

    In diesem Fall "wäre die russische Seite bereit, den Dialog zu diesem Problem und die Bemühungen für eine gegenseitige Lösung fortzusetzen", so der Diplomat.

    "Eine solche Lösung wird angesichts der kontinuierlichen Entwicklung der Beziehungen zwischen beiden Ländern in allen Bereichen sowie einer umfassenden Vertiefung des Vertrauens und des Einvernehmens zwischen den Russen und den Japanern möglich sein", betonte er.

    "Die Beziehungen mit Japan, unserem Nachbarn im Fernen Osten, einem G8-Mitgliedsland und einer der größten Wirtschaften der Welt, gehören zu den Prioritäten der russischen Außenpolitik", bestätigte der offizielle Sprecher des russischen Außenamtes.

    "Die Entwicklung und Festigung des internationalen Zusammenwirkens" werde in Moskau und in Tokio "als ein gewichtiger Faktor zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen und einer Festigung von Stabilität und Sicherheit im Asiatisch-Pazifischen Raum insgesamt bewertet."

    "Wir gehen davon aus, dass Japan nicht weniger als die Russische Föderation an einer weiteren Entwicklung der politischen und der wirtschaftlichen Beziehungen interessiert ist", fügte Kamynin hinzu.

    Nach dem Japan-Besuch des russischen Premiers Michail Fradkow im Februar sind bereits Wladimir Jakunin, Chef des russischen Eisenbahnmonopols RZD, und der Leiter der Föderalen Atomenergiebehörde, Sergej Kirijenko, nach Japan gereist.

    Wie die japanische Botschaft in Moskau verlautete, sollen außerdem die ersten Vizeregierungschefs Sergej Iwanow und Dmitri Medwedew sowie Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow in diesem Jahr Japan besuchen.

    Der bevorstehende Russland-Besuch von Aso sei als Teil der neuen Außenpolitik des Shinzo-Abe-Kabinetts zu betrachten, das bemüht sei, parallel zur Festigung der Beziehungen mit den Vereinigten Staaten auch ihre Beziehungen mit anderen Nachbarn, u. a. mit China, Südkorea und Russland, ausgewogener zu gestalten, betonte der russische Experte Wassili Michejew, korrespondierendes Mitglied der russischen Wissenschaftsakademie und Leiter der Abteilung China und Japan am Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen. "Das bedeutet aber nicht, dass Japan auf seine Prioritäten in Bezug auf die USA verzichtet", sagte er in einem RIA-Novosti-Gespräch.

    "Hinsichtlich der Inseln, auf die Japan Anspruch erhebt, sieht Tokio ein, dass es aussichtslos ist, dieses Thema im Vorfeld der Parlaments- und der Präsidentenwahlen in Russland zuzuspitzen."

    Nach Ansicht des Experten kann man zwar vom Besuch des japanischen Außenministers eine Verbesserung der Atmosphäre der japanisch-russischen Beziehungen im Rahmen der neuen diplomatischen Strategie Japans, jedoch keinen Durchbruch erwarten.

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