07:07 17 Dezember 2017
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    Russland im Fokus des Mitteleuropa-Gipfels

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    MOSKAU, 25. Mai (RIA Novosti). Ein turnusmäßiger Gipfel der mitteleuropäischen Staaten hat am Donnerstag im tschechischen Brno begonnen. Wie Tschechiens Präsident Vaclav Klaus erklärte, werden Russland und die Beziehungen mit diesem Land zu einem Hauptthema der Diskussion, berichtet die russische Tageszeitung „RBK Daily" am Freitag.

    „In Brno wird zweifellos die Politik Russlands in der neuen Etappe diskutiert", stellt Sergej Borowikow, Experte der Petersburger Analystengruppe „Konstruktion der Zukunft", fest. „Wladimir Putin geht, mit Russland muss man aber irgendwie weiter arbeiten müssen."

    Um ihren Status für das alte Europa anzuheben, sind die neuen EU-Mitglieder und die EU-Kandidaten bemüht, Brüssel ihre Wichtigkeit zu demonstrieren. „Diese Länder werden versuchen, eine Tagesordnung zu konzipieren, die ihnen die Möglichkeit bieten würde, Deutschland und Frankreich daran zu hindern, sich direkt und an ihnen vorbei mit Moskau zu einigen", so Alexander Sobjanin, Leiter des Dienstes für strategische Planung für gemeinsame Grenzzusammenarbeit.

    Im Grunde genommen aber, so die Experten, könnten die Länder, die sich zum Gipfel versammelt haben, zu Agenten größerer und einflussreicher Kraftzentren werden. Diese Loyalität könnte aber „Mitteleuropa" gegen Vorteile eintauschen.

    Bisher ist es den Ländern Zentral- und Osteuropas nicht gelungen, eine ernsthafte Energieallianz außerhalb der EU und ohne Russlands Teilnahme zu bilden. Erinnert sei allein schon an den jüngsten Energie-Gipfel in Krakau. Dort wurde zwar beschlossen, eine Energieversorgungsgesellschaft zu gründen, der Präsident des ressourcenreichen Kasachstans, Nursultan Nasarbajew, zog allerdings der Reise nach Krakau ein Treffen mit Wladimir Putin vor.

    Verständlicherweise werden Polen, Tschechien und Moldawien versuchen, eine neue Taktik der Beziehungen mit Moskau zu entwickeln. Das vor allem mit Hilfe der USA und anderer Länder, die daran interessiert sind, zwischen Deutschland und Frankreich einerseits und Russland andererseits Hader zu säen. Vorteile einer solchen Politik erscheinen aber in der langfristigen Perspektive ziemlich zweifelhaft.

    Am Treffen in Brno nehmen Albanien, Österreich, Bulgarien, Bosnien und Herzegowina, Ungarn, Italien, Mazedonien, Moldawien, Polen, Rumänien, die Slowakei, Serbien, Kroatien, Montenegro, Tschechien und Ukraine teil. Die zum Gipfel eingeladenen Spitzenpolitiker Deutschlands, Sloweniens, Griechenlands und der Türkei sind nicht gekommen.