15:40 17 Juli 2018
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    Atomstreit: Russische Banken überweisen eingefrorene Gelder an Nordkorea

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    Der Transfer der umstrittenen nordkoreanischen Gelder von der BDA-Bank in Macao beginnt am heutigen Donnerstag.

    TOKIO, 14. Juni (RIA Novosti). Der Transfer der umstrittenen nordkoreanischen Gelder von der BDA-Bank in Macao beginnt am heutigen Donnerstag.

    Das berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo Tsushin unter Berufung auf die Regierung in Macao.

    Mit dem Geldtransfer wird die Forderung Nordkoreas erfüllt, von der das kommunistische Land die Einstellung seines Atomprogramms abhängig macht.

    Wie die Zeitung „Macao Daily" berichtete, soll das Geld zuerst über die Zentralbank von Macao an die Federal Reserve Bank of New York überwiesen werden, von dort aus wird es über die russische Zentralbank an die Fernöstliche Kommerzbank (Russland) transferiert werden, bei der Pjöngjang ein Konto besitzt.

    Mehr als 50 nordkoreanische Konten (insgesamt 25 Millionen Dollar) bei der Bank in Macao waren vor mehr als eineinhalb Jahren auf Druck der USA wegen Verdachts auf Geldwäsche und -fälschung gesperrt worden.

    Im Februar wurde bei den Sechsländer-Gesprächen (Russland, USA, Nordkorea, Südkorea, China und Japan) vereinbart, dass Nordkorea sein Atomprogramm einstellt, sobald die gesperrten Konten wieder freigegeben sind. Obwohl die Freigabe dieser Konten bereits im März verkündet wurde, erhielt Nordkorea das Geld bisher nicht zurück. Andere Banken sahen sich nämlich bei einer Geldüberweisung von US-Finanzsanktionen bedroht.

    Russland erklärte sich kürzlich bereit, dem Transfer der freigegebenen nordkoreanischen Gelder von den Konten der BDA-Bank in Macao an eine russische Bank zuzustimmen, wenn Washington garantiere, dass gegen das betreffende russische Geldinstitut keine Sanktionen verhängt werden.

    An diesem Mittwoch wurde bekannt, dass sich nordkoreanische Vertreter vorige Woche persönlich bei der BDA-Bank vorstellig wurden und rund 125 000 US-Dollar in bar abhoben.

    US-Chefunterhändler Christopher Hill sagte, er hoffe, dass das Problem bis Montag kommender Woche endgültig erledigt sei.

    Die endgültige Lösung würde die Wiederaufnahme der Sechser-Gerspräche zum nordkoreanischen Atomprogramm sowie die Erfüllung der Februar-Vereinbarungen möglich machen. Damals hatte sich Pjöngjang verpflichtet, seinen einzigen Atomreaktor abzuschalten, andere Atomanlagen bekanntzugeben und Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) ins Land zu lassen. Im Gegenzug stellte die Weltgemeinschaft Nordkorea Energie- und andere Hilfe in Aussicht. Südkorea versprach, seinem nördlichen Nachbarn 50 000 Tonnen Heizöl und 400 000 Tonnen Reis zu liefern.

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