12:53 26 September 2017
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    Kosovo-Dilemma für Europa - „Expert“

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    MOSKAU, 16. Juli (RIA Novosti). Das Wochenmagazin „Expert“ setzt sich in seiner jüngsten Ausgabe mit dem Problem des Kosovo-Status auseinander und verweist dabei auf das Dilemma, das dabei für die Europäer besteht.

    Einerseits unterstützen die Europäer beim Kosovo-Problem die USA, weil sie einen Bürgerkrieg befürchten, schreibt das Magazin. Die Europäische Union, die sich immer mehr zusammenschließt und erweitert, braucht kein Epizentrum eines ewigen Krieges in Europa.

    Andererseits empfinden die Europäer eine gewisse Machtlosigkeit gegenüber dieser impulsiven Nation, die vor einem Krieg nicht abschreckt, und ziehen deshalb die Amerikaner und die NATO-Truppen als ein Einflussinstrument vor. „Brüssel hat sich fest vorgenommen, den Balkan-Ländern ein gewisses Komplexprogramm für die Entwicklung der Länder in der Region anzubieten, das die Möglichkeit bieten wird, die Balkan-Länder an die EU wirtschaftlich zu binden sowie die Wirtschaft dieser Länder zu verbessern, um sie später in die Union aufzunehmen“, stellt Viktor Kremenjuk, Vizedirektor des USA- und Kanada-Instituts, in der Zeitschrift fest.

    Um dieses Programm zu starten, muss die EU das Problem der Kosovo-Unabhängigkeit lösen. In Brüssel hofft man darauf, dass es keine langfristigen negativen Folgen bei einer Unabhängigkeit des Kosovo geben wird, wenn sich die Wirtschaft der Balkan-Staaten gleichzeitig schnell entwickele. Nach einer Aufnahme dieser Länder in die EU wird der ethnische Hass zwischen den Balkan-Völkern abklingen.

    Trotz der optimistischen Hoffnungen der EU, die an die Gewährung der Unabhängigkeit des Kosovo verbunden werden, ist auch ein anderes Szenario möglich. So besteht die Gefahr einer Vergrößerung der ohnehin beträchtlichen Flüchtlingswelle von Albanern Richtung Europa. Zugleich könnte eine Gewährung der Unabhängigkeit an das Kosovo zu einer Radikalisierung Serbiens beitragen. In den Regierungsstrukturen Belgrads sind nicht nur Kräfte vertreten, die eine EU-Mitgliedschaft anstreben (sie gruppieren sich um Präsident Boris Tadic), sondern auch diejenigen, die gegen eine Annäherung mit der EU sind - etwa Premier Vojislav Kostunica. Eine Abtrennung der Provinz Kosovo von Serbien würde seine Positionen wie auch die nationalistischen und antieuropäischen Stimmungen insgesamt verstärken.

    Eine weitere Gefahr besteht in der weiteren Kriminalisierung der Wirtschaft im Kosovo. Heute machen die Kosovo-Einwohner die UNO-Vermittler für die soziale und wirtschaftliche Situation in der Region verantwortlich. In Wirklichkeit aber lebt die Region seit rund zehn Jahren von der internationalen Hilfe, von den Geldüberweisungen der im Ausland arbeitenden Verwandten der Kosovaren und vom Schmuggel. Laut Expertenschätzungen kommen 90 Prozent des Heroins in Europa vom Balkan. Die Provinz Kosovo spielt eine zentrale Rolle im Drogenschmuggel. Nach der Erlangung der Unabhängigkeit würde sich die Region höchstwahrscheinlich in ein regionales Zentrum der Kriminalität verwandeln, schreibt das Magazin.

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