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    Gorbatschow: Im Kalten Krieg gab es keine Sieger

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    MOSKAU, 27. Juli (RIA Novosti). Im Kalten Krieg hat es laut Michail Gorbatschow keine Sieger gegeben. Alle hätten von der Beendigung dieses Krieges profitiert.

    Auf einer Pressekonferenz am Freitag in Moskau kommentierte der Ex-Präsident der UdSSR die Medienberichte, denen zufolge er als erster mit der Medaille „Für den Sieg im Kalten Krieg“ ausgezeichnet werde. Mit der Initiative, die Medaille für den Sieg im Kalten Krieg über die UdSSR zu stiften, war eine Gruppe US-amerikanischer Senatoren und Kongressmitglieder unter Leitung der ehemaligen First Lady Hillary Clinton, demokratische Senatorin und Präsidentenkandidatin, aufgetreten. Laut den Parlamentariern ist der Kalte Krieg mit dem Rücktritt Gorbatschows vom Amt des Präsidenten der UdSSR am 25. Dezember 1991 beendet worden.

    „Was Medaillen anbetrifft, so mangelt es mir nicht an Medaillen und Orden“, sagte Gorbatschow zum Scherz. Er höre erstmals von einem solchen Angebot, fügte der ehemalige Staatschef hinzu. Die Amerikaner möchten so sehr als Sieger gelten, dass sie an einem „Siegerkomplex“ leiden würden, sagte Gorbatschow.

    Nach dem Zerfall der UdSSR „war die US-Führung zu der Meinung gelangt, dass ihr freie Hand gelassen worden sei, und fing an zu handeln“.

    „Im Zusammenhang damit wurden die Dokumente zu Umgestaltungen in Europa auf der Grundlage der Pariser Charta faktisch begraben. Diese wurde um ein ganzes Jahrzehnt oder sogar mehr zurückgeworfen, jetzt kehrt man wieder dazu zurück. Sie haben Europa einen Krieg aufgezwungen und dachten dabei, dass sie ein neues Imperium schaffen müssen“, sagte Gorbatschow.

    Die Pariser Charta für ein neues Europa, die im Jahre 1990 in der französischen Hauptstadt signiert worden war, sah das Vorankommen zu einer demokratischen Gesellschaft und zur Achtung der Menschenrechte, die die Grundlage des Wohlergehens bilden, vor.

    Als „Versuch, sich vom Wunschdenken zu leiten“, bezeichnete Gorbatschow die Aussagen der Amerikaner über den Sieg im Kalten Krieg.

    „Wir alle hatten den Kalten Krieg verloren und alle waren im Vorteil nach seiner Beendigung“, betonte Gorbatschow. Er verwies darauf, dass für das Wettrüsten von jeder Seite zehn Billionen Dollar ausgegeben wurden. Er sagte, dass der Kalte Krieg ohne Initiative der Sowjetunion nicht hätte beendet werden können.

    „Das können wir uns hoch anrechnen. Dies geschah nicht nur unter unserer Beteiligung, sondern auch auf unsere Initiative“, betonte der ehemalige UdSSR-Präsident.

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