07:17 27 September 2016
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Nahost-Experten: Neue Zusammenstöße zwischen Fatah und Hamas unvermeidlich

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MOSKAU, 06. August (RIA Novosti). Neue innerpalästinensische Zusammenstöße zwischen Fatah und Hamas sind nach Auffassung russischer Experten faktisch unvermeidlich und schon in nächster Zeit möglich.

Die politische Spaltung zwischen den führenden palästinensischen Organisationen Fatah und Hamas im Juni dieses Jahres hatte zu erbitterten Zusammenstößen und zu einer faktischen Doppelherrschaft geführt. Als Folge wurde das Westjordanland unter die Jurisdiktion des Fatah-Chefs Mahmud Abbas gestellt und erhält nun Hilfe von westlichen Ländern und Israel, und der von Hamas kontrollierte Gaza-Streifen geriet in Isolation.

Wie die israelischen Massenmedien am Sonntag unter Berufung auf die Sicherheitskräfte berichteten, rechnet der Aufklärungsdienst des Landes in nächster Zeit mit dem Beginn von Massenzusammenstößen zwischen den Anhängern von Fatah und Hamas am Westjordanland wegen uneffektiver Handlungen von Fatah im Sicherheitsbereich.

Der Leiter des Institutes für Nahen Osten, Jewgeni Satanowski, sagte in einem Interview für RIA Novosti am Montag, dass die Prognose des israelischen Aufklärungsdienstes durchaus begründet sei.

„Die Wahrscheinlichkeit einer neuen Welle der innerpalästinensischen Zusammenstöße liegt bei 105 bis 110 Prozent. Die Zusammenstöße sind nicht zu vermeiden, weil dort das Gesetz der Blutrache gilt“, sagte der Experte.

Laut Satanowski hatten die Hamas-Leute selbst und die Aktivisten aus solchen Gruppen wie „Islamischer Dschihad“, die sich ihnen gesellt hatten, sowie Kriminelle, Schmuggler und Lumpen viele Fatah-Teilnehmer getötet. „Sie wurden sehr brutal ermordet. Einige Zwischenfälle auf den palästinensischen Territorien wurden live übertragen“, sagte der Experte.

Ihm zufolge war die Situation im Westjordanland ähnlich, wenn auch in einem geringeren Maßstab.

Die Meinung über eine hohe Wahrscheinlichkeit einer neuen Gewaltwelle in diesem Konflikt teilt der Leiter des Institutes für strategische Einschätzungen, Alexander Konowalow. „Es beginnt ein innerpalästinensischer Kampf, der zu einem Zünder für die explosive Situation im Nahen Osten werden kann“, sagte Konowalow.

Jetzt könnte noch kaum darüber gesprochen werden, welche palästinensische Kraft diesen Konflikt initiieren würde. „In zwischennationalen Konflikten ist es immer schwierig, nach den Schuldigen und den Rechten zu suchen. Es liegt auf der Hand, dass Fatah und Hamas weder eine Plattform noch eine Basis für ihre Koexistenz gefunden haben“, sagte der Experte.

Er schloss nicht aus, dass die Hamas ihren Sieg in Gaza wird festigen wollen.

„Hamas braucht keinen Teil von Palästina, sondern das gesamte Gebiet, und diese Bewegung will Palästina nicht nur teilweise, sondern im vollen Umfang vertreten und internationale Hilfe bekommen“, erläuterte der Chef des Institutes für strategische Einschätzungen.

Ihm zufolge kann eine neue Gewaltwelle sowohl von Hamas als auch von Fatah erwartet werden.

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