23:35 17 August 2017
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    Putin bringt dritten Unbekannten als Nachfolger ins Spiel - "Nesawissimaja Gaseta"

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    MOSKAU, 08. August (RIA Novosti). Ein halbes Jahr vor den Präsidentenwahlen in Russland ist die Geschäftsordnung des russischen Kabinetts geändert worden, mit denen die Ersten Vizepremiers mit den einfachen Vizeregierungschefs gleichgesetzt werden.

    Wie die "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch feststellt, wurde damit den beiden Ersten Vizepremiers Sergej Iwanow und Dmitri Medwedew, die als die wahrscheinlichsten Nachfolger von Präsident Wladimir Putin gelten, ein Schlag versetzt. Gleichzeitig erhielt Russlands Präsident das Recht, allen Vizeregierungschefs Anweisungen am Premier vorbei zu erteilen.

    Offenbar hat der Kreml panische Angst davor, dass Putin vor Ablauf seiner Amtszeit eine "lahme Ente" wird.

    Michail Deljagin, Direktor des Instituts für Globalisierungsprobleme, stellt fest: "Damit wird Iwanow und Medwedew zu verstehen gegeben, dass sie keinesfalls die Präsidentennachfolger sind und dass es einen Dritten geben wird, der noch nicht bekannt ist, was der Präsident seinerzeit angedeutet hatte."

    Nach Ansicht des Experten sind jegliche Befürchtungen hinsichtlich einer Schwächung der Positionen Putins im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Machtwechsel kaum berechtigt. Der Begriff "lahme Ente" könnte für Putin ohnehin nicht gelten. "Die anderen Ländern wissen genau, dass der Präsident nach Ablauf seiner Amtszeit den Posten verlassen wird", so Deljagin. "Bei uns kann er aber auch für eine dritte Amtszeit bleiben beziehungsweise einen überaus einflussreichen Posten übernehmen und damit die faktische Macht behalten. In Russland ist der Faktor der Persönlichkeit überaus wichtig, der Präsident hat aber den politischen Raum dermaßen stark ‚gesäubert', dass es niemanden mehr gibt, der fähig wäre, das Land zu verwalten."

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