04:35 21 August 2017
SNA Radio
    Politik

    Sachalin-Gouverneur verliert Amt beim Streit von Gasprom und Rosneft - "Gazeta.Ru"

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 2 0 0
    MOSKAU, 08. August (RIA Novosti). Der Gouverneur des Gebiets Sachalin, Iwan Malachow, ist am Dienstag - angeblich auf eigenen Wunsch - zurückgetreten.

    Wie die Internetzeitung "Gazeta.Ru" behauptet, steht der Konkurrenzkampf zwischen den Konzernen Gasprom und Rosneft um die Lagerstätten auf der russischen Pazifik-Insel hinter dieser politischen Entscheidung.

    Malachow wird von Alexander Choroschawin, Bürgermeister der Stadt Ocha auf Sachalin, abgelöst, der bereits seit den 80er Jahren als ein Freund von Sergej Bogdantschikow, Chef des staatlichen Unternehmens Rosneft, gilt.

    "Malachow ist es nicht gelungen, die stark gespaltenen Gebietseliten zusammenzuschließen", stellt der Politologe Rostislaw Turowski, Chef des Zentrums für regionale Studien, fest. Unter Malachow hatte die Kreml-Partei "Einheitliches Russland" zunächst die Parlamentswahl des Gebiets gegen den Parteienblock "Unsere Heimat - Sachalin und Kurilen" verloren, später wurde die KP-Kandidatin Swetlana Iwanowa als Staatsduma-Abgeordnete der Insel gewählt.

    Die Hauptursache des Rücktritts waren aber offenbar nicht die politischen Niederlagen, sondern der Kampf zwischen Gasprom und Rosneft um die potentiell wichtige Region. "Bei der Aufteilung der Vorkommen hat Malachow Gasprom unterstützt, wobei Rosneft diese Region als strategisch überaus wichtig für sich betrachtet", sagte Turowski.

    "Man kann sagen, dass Rosneft einen taktischen Sieg über Gasprom errungen hat", betont Turowski. "Nun wird das Ölunternehmen Vorteile beim Streit um die Vorkommen Sachalin-3 und Sachalin-4 bekommen." Außerdem verwies er darauf, dass der Gouverneur die der Gebietsadministration gehörende Sachaliner Ölgesellschaft kontrolliert, die sich ebenfalls am Abbau der Lagerstätten beteiligt. Nun wird sie faktisch unter den Einfluss von Rosneft geraten."