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    Afghanistan wird Schwerpunkt britischer Militäreinsätze im Ausland

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    LONDON, 08. August (RIA Novosti). Die britische Regierung hat den Schwerpunkt der Militäreinsätze im Ausland auf den Kampf gegen den Terrorismus in Afghanistan verlegt, schreibt "Guardian" am Mittwoch unter Berufung auf das Foreign Office.

    Nicht mehr der Irak, sondern Afghanistan sei Dreh- und Angelpunkt des Kampfes gegen den Terrorismus. Selbst wenn es Jahrzehnte und einer besseren internationalen Koordinierung bedürfe, habe sich London für die Schwerpunktverlagerung entschieden.

    Das Kabinett befürchte, dass radikale islamische Kräfte auch in Pakistan die Oberhand gewinnen und die Sicherheit in Großbritannien selbst gefährden könnten, sollte Afghanistan den Taliban in die Hände fallen. Nicht zufällig, schreibt die Zeitung, hat Außenminister David Miliband eine seiner ersten Auslandsreisen nach Afghanistan und Pakistan unternommen. „David Milibands Entscheidung, … nach Kabul zu reisen, hat Symbolwert, um zu zeigen, dass Großbritannien in Afghanistan und Pakistan seine Schlüsselverbündeten im Kampf gegen den Terrorismus sieht“, heißt es in dem Blatt.

    Als Anzeichen eines Wandels der britischen Strategie könne auch die anhaltende Reduzierung der Militärpräsenz im Irak bei einer gleichzeitigen Aufstockung des Truppenkontingents in Afghanistan gewertet werden. In diesem Jahr sollen die Truppen im Irak von jetzt etwa 5 500 Mann um 500 reduziert werden, während noch im Sommer weitere 700 Soldaten nach Afghanistan entsandt werden sollen. Dabei sei an eine Konzentration auf die Provinz Gilmend im Landessüden gedacht, wobei es unter Umständen um den Einsatz gegen den Anbau und die Produktion von Rauschgift gehen könne.

    Die britische Öffentlichkeit, aber auch die Militärs würden unterdessen auf Gordon Browns seit langem erwartete Ankündigung harren, dass er die Truppen aus dem Irak abzieht. Unter Militärs hieß es hinter vorgehaltener Hand: „Wenn wir wollen, dass die Iraki selber für Sicherheit sorgen, dann kommt der Moment, wo sie das tun müssen.“

    Die britischen Medien haben schon verbreitet, dass Brown den US-Präsidenten von seiner Absicht eines Truppenabzugs aus dem Irak unterrichtet habe. In der Bush-Administration habe Beunruhigung Einzug gehalten, denn sie hätte es gern gesehen, wenn die Briten noch ein bis zwei Jahre die Kontrolle im Südirak ausüben würden.

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