07:02 18 August 2017
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    Westen über Arktis-Expedition Russlands verärgert - "Gazeta.Ru"

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    MOSKAU, 10. August (RIA Novosti). Selbst der eingefleischteste russische Patriot würde heute nicht darauf bestehen, dass Russland nach der jüngsten Expedition nun über die legitimen Rechte auf den Nordpol und dessen Bodenschätze verfügt, schreibt die Internetzeitung "Gazeta.Ru".

    Woher kam aber die allgemeine Aufregung? Die Ursache dieser Reaktion liegt in der Verärgerung, die Russland hervorruft und die nun immer weniger vertuscht wird.

    Nach Ansicht des Westens hat der Aufschwung in Russland und etwa in China eine unterschiedliche Natur. Das planmäßige Voranschreiten der VR China zur wirtschaftlichen und geopolitischen Macht ruft zwar bei niemandem in der Industriewelt Freude hervor, eher Besorgnis und sogar Furcht, doch kann niemand Peking vorwerfen, seine Erfolge wären zufällig bzw. es hätte diese auf Kosten anderer erzielt.

    Russland wird anders aufgenommen. Die Quelle des russischen Aufstiegs ist die beispiellose Rohstoffkonjunktur, die keinesfalls ein Verdienst des Kremls ist. Für die öffentliche Meinung im Westen erscheint Russland wie eine Mischung aus einem Neureichen aus der Gründerzeit und einem Schmarotzer, der von einer dicken Erbschaft lebt.

    In der Arktis-Expedition kam alles zusammen, was den Westen verärgert. Der Kreml verwandelte eine Forschungsexpedition in eine PR-Aktion mit einem nationalistischen Beigeschmack, mit dem auch das Ansehen des Regimes im Inland gefestigt wurde.

    Außerdem hat Russland gezeigt, dass es über eine beachtliche materielle Ressource verfügt. Unter den Staaten der Arktis-Region gibt es zwar keine Armen, nicht alle können aber eine kostspielige Expedition zustande bringen.

    Außerdem hat Moskau gezeigt, dass es trotz all der Krisenjahre über ein technologisches Potential verfügt, das wiederum nicht alle haben. Mit anderen Worten: Man muss immer mehr Rücksicht auf Russland nehmen, will das aber immer weniger tun.

    Das neue Jahrhundert wird voraussichtlich von einer harten Konkurrenz um die Ressourcen geprägt. Zugeständnisse sind von niemandem zu erwarten. Zugleich verweisen Experten darauf, dass ähnliche Stimmungen vor einem halben Jahrhundert zu verzeichnen waren, als es um den Südpol ging.

    Sieben Länder hatten ihren Anspruch auf die Antarktis erhoben. Die Forschungsexpeditionen wurden von ungefähr gleichen politischen Gesten begleitet wie auch die neueste Aktion Russlands. Später aber gelang es den Seiten, sich über einen einheitlichen Rechtsmodus zu einigen. Eine ähnliche Entwicklung ist nun auch in der Arktis möglich.

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