13:45 23 August 2017
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    Arktis-Expedition hat Russland mehr geschadet als genutzt - "Nesawissimaja Gaseta"

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    MOSKAU, 10. August (RIA Novosti). Hinsichtlich einer Anerkennung der russischen Besitzrechte auf die Arktis-Bodenschätze hat die jüngste Polarexpedition mehr geschadet als genutzt.

    Diese Meinung äußert Leopold Lobkowski, Vizedirektor des Ozeanologie-Instituts der Russischen Akademie der Wissenschaften, am Freitag in der "Nesawissimaja Gaseta".

    "Um der internationalen Öffentlichkeit zu beweisen, dass die Kruste der unter Wasser liegenden Lomonossow-Gebirgskette eine kontinentale Natur hat, was für Russland ein Argument für den Besitzanspruch wäre, muss man eine Vorstellung von der tiefen Struktur haben, und zwar aus einer Tiefe von fünf bis sieben, besser sogar zehn Kilometer", stellt der Experte fest. "Die Grundproben von der Oberfläche beweisen dagegen nichts."

    Nach Ansicht des Wissenschaftlers hat die jüngste Expedition nichts Neues gebracht, was man der UNO-Seerechtskonvention hätte vorweisen können. "Grundproben hatten wir ohnehin schon", so Lobkowski. "Vor einigen Jahren wurde auf derselben Lomonossow-Kette eine 400 Meter tiefe Bohrung niedergebracht. Allerdings schrieb man damals nichts darüber."

    Zugleich könnte der Rummel um Russlands Versuche, mehr als eine Million Quadratkilometer Meeresgrund, der reich an Öl und Gas ist, für sich zu beanspruchen, den russischen Positionen schaden.

    Um die Ansprüche wissenschaftlich zu untermauern, werden kostspielige Technik und Technologien erforderlich sein, die Russland vorerst nicht hat. Die russischen Wissenschaftler hoffen nun darauf, dass die Regierung endlich die für die weiteren Forschungen, den Bau von Eisbrechern und Bohranlagen usw. erforderlichen Mittel endlich bereitstellt. Nicht klar ist aber, inwieweit diese Hoffnungen begründet sind.

    Dafür verfügen Kanada, Dänemark, Norwegen und die USA bereits über die notwendige Technik und die entsprechenden Geldmittel.

    Der Blick von Anatoli Kolodkin, Vizepräsident des Internationalen Seekomitees und Richter des Internationalen UNO-Seerechtstribunals, auf das Problem ist allerdings etwas optimistischer. Nach seiner Ansicht ist eine jede Reaktion auf die russische Argumentation in der UNO für die Russische Föderation von Vorteil. "Bei einer positiven Entscheidung wird unser Land das Recht bekommen, die Schelferkundung zu führen und mit dem Abbau zu beginnen", so der Experte.

    "Sollte aber die Entscheidung negativ ausfallen, würde ich der Regierung dennoch empfehlen, mit der Erkundung zu beginnen: Eine Ausnahme lässt sich ja doch immer finden."

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