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    Sudans Botschafter in Russland: USA schüren Darfur-Konflikt für Zugang zu Energieressourcen

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    Die USA schüren den Konflikt im Sudan vorsätzlich, um sich Zugang zu den Energieressourcen zu verschaffen. Das sagte der Botschafter von Sudan in Russland, Schaul Deng Alaka.

    MOSKAU, 10. August (RIA Novosti). Die USA schüren den Konflikt im Sudan vorsätzlich, um sich Zugang zu den Energieressourcen zu verschaffen. Das sagte der Botschafter von Sudan in Russland, Schaul Deng Alaka.

    „Die Welt heute ist ein Kampf um Einflusszonen, ein Kampf um Energieressourcen, und da die Nahost-Region bislang keine Anzeichen von Beruhigung, Frieden und Stabilität gibt, ist das Problem der Energieressourcen ziemlich akut“, sagte er in einer Pressekonferenz bei RIA Novosti.

    „Wenn die USA auch nicht versuchen, einen Ersatz für den Nahen Osten zu finden, so wollen sie doch irgendeine Möglichkeit bekommen, die Verluste auszugleichen, die sie wegen der Instabilität in der Nahost-Region erleiden. So wenden sie sich den afrikanischen Ländern, darunter unserer Region, zu“, sagte der Diplomat.

    „In der heutigen unipolaren Welt gilt nach wie vor das Prinzip: ‚Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns’“, sagte der Diplomat. „Sudan zeigt keinen Eifer, sich den USA anzuschließen. Natürlich ruft das eine bestimmte Reaktion und bestimmte Handlungen hervor“, sagte Sudans Botschafter in Russland.

    Der Konflikt in Westsudan dauert seit Februar 2003 an. In einer nicht enden wollenden inneren Konfrontation zwischen Afrikanern und Arabern sind in der Provinz Darfur nach verschiedenen Angaben bereits 200 000 bis 400 000 Personen ums Leben gekommen. Zwei Millionen mussten ihr Zuhause verlassen.

    Das offizielle Khartum hat sich bislange gegen einen Einmarsch ausländischer Militärs im Westen des Landes ausgesprochen, ausgeschlossen die Friedenstruppen der Afrikanischen Union.

    Der UNO-Sicherheitsrat hat die Resolution 1796 adoptiert, nach der eine 26 000 Mann starke gemeinsame Friedenstruppe der UNO und der Afrikanischen Union in der sudanesischen Provinz Darfur stationiert werden soll. Diese Friedenstruppe soll die gegenwärtig in Darfur stationierten 7000 Soldaten der Afrikanischen Union ersetzen, die nach Meinung der Weltöffentlichkeit zur Bewältigung des Konflikts nicht fähig waren.

    Das offizielle Khartum verspricht, die Darfur-Resolution der UNO einzuhalten.

    Die Resolution des Sicherheitsrates entspricht den meisten Forderungen Khartums. Erstens sollen die Friedenstruppen, die in Darfur stationiert werden, afrikanischer Herkunft sein. Zweitens soll die internationale Gemeinschaft die Friedenstruppen der Afrikanischen Union bis zu dem Moment finanzieren, als sie durch UNO-Truppen ersetzt werden. Außerdem wird in der Resolution betont, dass der politische Prozess zur Konfliktlösung fortgesetzt werden muss und die Friedensverhandlungen zwischen allen Seiten wichtig und notwendig seien.