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    Sarkozy schlägt Brücken nach Irak - Russlands Presse

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    MOSKAU, 21. August (RIA Novosti). Bernard Kouchner besucht am heutigen Dienstag als erster französischer Außenminister nach dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein 2003 den Irak. Laut Beobachtern will Frankreich unter dem neuen Präsidenten Nicolas Sarkozy mit jenen Kräften im Irak Kontakte anbahnen, die nach dem Rückzug der Amerikaner an die Macht gelangen können.

    Wie Sergej Demidenko vom Moskauer Institut für strategische Studien der russischen Zeitung „RBK Daily“ am Dienstag sagte, entsandte Sarkozy seinen Außenminister nach Irak, um nicht mit der jetzigen, sondern mit der zukünftigen irakischen Regierung Vereinbarungen zu treffen. Die Kontaktknüpfung soll Frankreich leichter als manchen anderen Staaten fallen, „denn die Franzosen waren an der Intervention von 2003 nicht beteiligt und haben im Irak keine negativen Erinnerungen hinterlassen“, urteilte Demidenko.

    Tatsächlich stehen auf dem Besuchsprogramm des französischen Außenministers neben Gesprächen mit Iraks Präsident Jalal Talabani, Regierungschef Nuri al-Maliki und Kurdenführer Masud Barzani auch Zusammenkünfte mit Leitern der Sunniten- und der Schiiten-Gemeinde.

    Auf die Frage der „Nesawissimaja Gaseta“, ob der Besuch eine Änderung der französischen Irak-Politik verdeutliche, geben Diplomaten ausweichende Antworten und warnen vor übereilten Schlussfolgerungen. Ein Sprecher im französischen Außenamt verwies auf regelmäßige Kontakte zwischen irakischen und französischen Offiziellen und auf die Abschreibung des größten Teils der irakischen Schulden. Paris spiele zudem als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats bei der friedlichen Regelung im Irak eine aktive Rolle, hieß es.

    Die Reisen von Offiziellen beleben in der Regel auch wirtschaftliche Kontakte. Französische Unternehmen fühlen sich heutzutage noch unsicher im Irak. Der Pragmatiker Sarkozy, indem er sich mit dem durch den Krieg betroffenen irakischen Volk solidarisiert, lotet mögliche Erdölgeschäfte aus. Dabei denkt er nicht einmal daran, Soldaten nach Irak zu schicken. Bush braucht akut internationale Unterstützung für dessen „demokratische Mission“ im Irak und möchte Frankreich als einen Verbündeten gewinnen. Doch in Sachen Irak wird Sarkozy offenbar Distanz halten.

    Die Experten, die von „Nowyje Iswestija“ befragt wurden, waren sich darin einig, dass Kouchner bei seinem Besuch die Ölfragen höchstwahrscheinlich erörtern wird, jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

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