23:18 18 Dezember 2017
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    Indien: Oppositionelle legen Parlament im Streit um Atom-Abkommen mit den USA lahm

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    DELHI, 21. August (RIA Novosti). Die Vormittagssitzung der beiden Kammern des indischen Parlaments wurde von den Abgeordneten gesprengt: Sie waren über die Worte des indischen Botschafters in den USA empört.

    Der Letzere nannte die Situation um das Atom-Abkommen mit Washington eine „Hin-und-Her-Lauferei“ von „aufgescheuchten Hühnern“.

    Die Sitzungen am Dienstag hatten in beiden Kammern mit lautstarken Protesten der Abgeordneten der Linksfraktionen und der Opposition begonnen, die das Abkommen der indischen Regierung mit den USA über die Zusammenarbeit in der Kernenergiewirtschaft kritisieren. Die Abgeordneten waren über die Worte des indischen Botschafters in den USA, Ronen Sen, empört, der in seinem Interview für eine indische Internetzeitung die Gegner des Abkommens kritisierte.

    „Die Abmachung wurde hüben (in Washington) vom Präsidenten und drüben“ (in Delhi) sowie vom indischen Ministerkabinett gebilligt. Wozu laufen da gleich kopflose Hühnern hin und her auf der Suche nach Kommentaren hier, beim Kommentieren dort und einen Sturm im Wasserglas auslösen?“ zitiert die Internetzeitung den Botschafter.

    Obwohl der Botschafter nicht sagte, wen er für „kopflose Hühner“ hält, haben mehrere Abgeordnete diese Worte als persönlichen Angriff aufgenommen. Wegen des Lärms und des Geschreis wurden die Sitzungen mehrmals unterbrochen.

    Nach der Wiederaufnahme der Sitzung in der Unterkammer des Parlaments versicherte Indiens Außenminister Pranab Mukherjee den beleidigten Abgeordneten, der Botschafter habe keineswegs die Parlamentarier, vielmehr Journalisten gemeint, und brachte sein Leidwesen über das missglückte Interview zum Ausdruck. Das hatte jedoch keine Wirkung auf die Parlamentarier, die auch weiter laut protestierten, worauf die Sitzung auf den Mittwoch verschoben wurde.

    Ähnliche Geschehnisse ließen den Vorsitzenden der Oberkammer des indischen Parlaments die Sitzung auf 16.00 Uhr (14.30 Uhr Moskauer Zeit) verschieben.

    Das Interview des Botschafters in den USA hat die ohnehin geladene politische Situation in Neu Delhi bedohlich zugespitzt, so dass der Regierung die Unterstützung seitens ihrer Verbündeten im Parlament verlieren könnte.

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