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    Sensation: Havel dankt Moskau für vorgeschlagenen IWF-Kandidaten - „SmartMoney“

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    MOSKAU, 27. August (RIA Novosti). Russlands Finanzminister Alexej Kudrin hat etwas schier Unmögliches erreicht: Er ließ den früheren tschechischen Präsidenten Vaclav Havel Russland danken.

    „Dies ist eine große Ehre für Tschechien“, erklärte der ehemalige Führer der „samtenen Revolution“ zur Initiative Moskaus, das den Tschechen Josef Tosovsky für das Amt des IWF-Direktors vorgeschlagen hatte. Dieser clevere diplomatische Schachzug verliert sich aber vor dem generellen Hintergrund der russischen Politik, schreibt die Zeitschrift „SmartMoney“ in ihrer jüngsten Ausgabe.

    „Wir denken, dass Herr Tosovsky der richtige Mann an richtiger Stelle zur richtigen Zeit wäre“, meinte der russische Finanzminister. „Die Zeit wurde allerdings „nicht 'richtig' gewählt, weil die Wahl bereits getroffen ist", schreibt die Zeitschrift. Den Posten soll der frühere französische Finanzminister Dominique Strauss-Kahn übernehmen, den die EU unterstützt hat.

    Mit seiner Initiative hat Russland seine Rolle des größten Unruhestifters bekräftigt, wobei der vorgeschlagene respektable Kandidat keine Allergien in Europa oder den USA auslösen wird. Vorerst verliert aber Russland die PR-Kampagne. Gegen Tosovsky wurde bereits das für Osteuropa übliche Belastungsmaterial veröffentlicht: Zusammenwirken mit den Geheimdiensten in der totalitären Epoche. Die Annahme, dass das heimtückische Moskau dem IWF einen „KGB-Agenten“ aufzwingen will, wirkt offensichtlich dumm. Russland ist aber zum Teil selber daran schuld, dass solche Versionen ernsthaft behandelt werden. Vor dem Hintergrund der geradlinigen Kraftmeierei in allen Bereichen - vom Gasexport bis zu den Flügen der strategischen Luftstreitkräfte - verliert sich der clevere diplomatische Schachzug. Der Versuch, die Spielregeln im IWF zu wechseln, wird wie ein weiterer Stich gegen die USA und Europa aufgenommen, heißt es im Beitrag.

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