02:59 22 November 2017
SNA Radio
    Politik

    Senator Margelow: Güls Wahl zum Präsidenten erschwert türkischen EU-Beitritt

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 0 21
    MOSKAU, 30. August (RIA Novosti). Die Wahl von Abdullah Gül zum neuen Präsident kann für den EU-Beitritt der Türkei durchaus hinderlich sein, glaubt der Chef des Auswärtigen Ausschusses im Föderationsrat Russlands und Ratsvorsitzende der Gesellschaft für Solidarität und Zusammenarbeit mit den Völkern Asiens und Afrikas, Michail Margelow.

    „Die Politik des neuen türkischen Präsidenten dürfte in Europa kaum Anklang finden“, sagte er der RIA Novosti.

    Er erinnerte daran, dass der Laizismus eines der grundlegenden Kriterien ist, mit dem sich ein islamisches Land messen lassen muss, wenn es Grünes Licht für Europa bekommen wolle. Europa ist, sagte er, zum Dialog bereit. „Doch inwieweit der neue Präsident der Türkei zum Dialog bereit ist, wird sich schon bald zeigen“, meint Michail Margelow.

    Die Wahl des neuen Staatschefs werde derweil kaum Auswirkungen auf die innere Lage haben und den proeuropäischen Kurs wohl nicht beeinflussen. „Natürlich zeugt die Tatsache, dass die beiden Spitzenposten im Staat, der des Präsidenten und der des Premierministers, von gemäßigten Islamisten, eingenommen werden, von einer gewissen Hinwendung der Gesellschaft zu konservativeren und traditionellen Werten“, erklärte Michail Margelow. Den türkischen gemäßigten Islamismus charakterisierte er indessen „mehr als Nationalismus, denn als Form der totalen Islamisierung aller Lebenssphären“.

    Die Türken wollten, wie er meint, zu ihren historischen Wurzeln zurückfinden, doch derartige Erscheinungen gingen häufig mit einem Prozess planmäßiger Demokratisierung einher. In dem jähen Ausbruch eines Interesses für die Orthodoxie, für Volkstümlichkeit und Traditionen in Russland zu Beginn der 90er Jahre sieht er als eine Parallele.

    „Ich bin überzeugt, dass die Türkei ein laizistischer und demokratischer Staat bleibt, umso mehr, da die Armee immer als Garant des Laizismus fungiert hat“, hob er hervor.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren