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    Schuljahr in Beslan beginnt fünf Tage später als an den anderen Schulen Russlands

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    WLADIKAWKAS, 01. September (RIA Novosti). Der Unterricht an den Schulen in Beslan beginnt das dritte Jahr in Folge fünf Tage später als an den übrigen russischen Schulen, teilte der Pressesprecher des Präsidenten von Nordossetien RIA Novosti mit.

    "Die Beslaner Schüler beginnen den Unterricht am 5. September. In den übrigen Schulen der Republik beginnen die Lehrveranstaltungen wie üblich am 1. September, aber auf den Appellen wird natürlich der Tragödie von Beslan gedacht", erklärte der Sprecher

    In Beslan finden am "Tag des Wissens" und den folgenden drei Tagen Trauerveranstaltungen statt, die dem dritten Jahrestag des Anschlags von 2004 gewidmet sind, als Terroristen während des Fahnenappells am 1. September eine Schule in Beslan in ihre Gewalt brachten. Fast alle Menschen, die sich zu dem Zeitpunkt auf dem Schulhof befanden, wurden als Geiseln genommen.

    Die Trauerveranstaltungen beginnen mit dem Anzünden von Gedenkkerzen und dem Niederlegen von Blumen und Kränzen am Gebäude der betroffenen Schule und am Denkmal für die Opfer von Beslan, das auf dem Friedhof aufgestellt wurde, wo die 333 Opfer des Terroranschlags begraben wurden.

    Zusammen mit den Bewohnern Nordossetiens werden auch der Duma-Vorsitzende Boris Gryslow und der Generalgouverneur von Südrussland, Dmitri Kosak, an den Trauerveranstaltungen teilnehmen. Am 3. September um 13:05 Uhr wird eine Schweigeminute verhängt, denn genau zu dieser Zeit ertönte vor drei Jahren die erst Explosion. 334 weiße Luftballons steigen zum Andenken an die Verstorben zum Himmel. An dem Tag wird der Bischof von Wladikawkas und Stawropol Feofan zudem einen Trauergottesdienst auf dem Memorial-Friedhof abhalten.

    Am folgenden Tag spielt auf dem Territorium der neuen 8. Beslaner Schule, wohin die meisten Schüler der betroffenen 1. Schule nach dem Blutbad wechselten, das Russische Nationalorchester ein Requiem. Geleitet wird das Konzert von Michail Pletnjew, es nehmen zudem der russische Pianist Denis Mazujew und der britische Klarinette-Spieler Michael Collins teil. Aufgeführt wird das Mozart-Konzert für Klarinette mit Orchester, der erste Teil des Tschaikowski-Konzerts für Klavier mit Orchester und die fünfte Sinfonie Tschaikowskis.

    In all den Tagen werden in der Republik extrem scharfe Sicherheitsbedingungen herrschen. Die Belegschaft des Innenministeriums leistet ab dem 27. August verschärften Dienst. 1500 Mitarbeiter der Sicherheitskräfte in der Republik sollen die Sicherheit der Veranstaltungen in Beslan gewährleisten. Insgesamt werden in Nordossetien etwa 3000 Polizisten Dienst leisten. Nach Angaben des Innenministeriums der Republik sollen zusätzliche Kräfte die Grenzen der russischenTeilrepublik überwachen.

    "Zum Schutz der Bevölkerung vor dem Eindringen von Kampfgruppen sind nicht nur Polizei- und Grenzschutz-Einheiten im Einsatz, sondern auch Wehrdienstleistende der Innenministeriumstruppen und des Verteidigungsministeriums", teilt der stellvertretende Leiter des Pressedienstes beim Innenministerium Nordossetiens, Samir Sabatkojew, RIA Novosti mit. Seinen Angaben zufolge haben Kinologen und Spürhunde bereits die Schulen Nordossetiens abgesucht. Bis zum 1. September werden 225 Schulen kontrolliert.

    Danach wird jede Schule rund um die Uhr bewacht. Die gleiche Bewachung gibt es für Vorschuleinrichtungen, Krankenhäuser und die wichtigsten strategischen Objekte.

    Während des feierlichen Appells zum "Tag des Wissens" brachten am 1. September 2004 Terroristen eine Schule in Beslan unter ihre Gewalt. Den Untersuchungsmaterialien zufolge fielen die 32 Terroristen aus dem benachbarten Inguschetien ein, wi sich im Gebiet der inguschetischen Siedlung Psedach ein Lager aufgeschlagen hatten. In der Schule waren 1127 Geiseln, darunter auch Babys. Bei der Geiselnahme starben 333 Menschen, darunter 186 Kinder. Unter den Getöteten sind auch zwei Mitarbeiter des Katastrophenschutzministeriums und zehn Mitarbeiter einer Spezialeinheit des FSB. 783 Personen teilweise schwer verletzt, davon 728 Geiseln und Bewohner von Beslan und 55 Mitarbeiter von FSB, Innenministerium und Streitkräften. Der Schaden an der Schule und dem umliegenden Territorium wird auf über 20 Millionen Rubel geschätzt. Während der Operation zur Geiselbefreiung wurden 31 Terroristen vernichtet. Am Leben blieb nur Nurpaschi Kulajew. Der Prozess gegen ihn dauerte ein Jahr. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen Kulajew die Verhängung der Todesstrafe gefordert. Im Jahr 2006 verurteilte der Vorsitzende des Obersten Gerichts von Nordossetien Kulajew zu einer lebenslangen Haft, da Russland ein Moratorium über die Todesstrafe verhängt hat.

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