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    Armeniens Außenministerium hält Anerkennung der Unabhängigkeit Karabachs für verfrüht

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    Karabach-Konflikt (134)
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    Das armenische Außenministerium halte die offizielle Anerkennung der Unabhängigkeit der Region Berg-Karabach durch Jerewan für verfrüht, sagte der Pressesekretär des armenischen Außenministers, Wladimir Karapetjan.

    JEREWAN, 01. September (RIA Novosti). Das armenische Außenministerium halte die offizielle Anerkennung der Unabhängigkeit der Region Berg-Karabach durch Jerewan für verfrüht, sagte der Pressesekretär des armenischen Außenministers, Wladimir Karapetjan.

    "Die Frage über die Anerkennung Berg-Karabachs hatte und hat die armenische Außenpolitik stets im Arsenal. Jedoch sollte dieser Schritt in einem Moment getan werden, wenn er maximal effektiv ist und eine endgültige Lösung des Problems ermöglicht. Dieser Augenblick ist noch nicht gekommen" wird Karapetjan vom Pressedienst des armenischen Außenministeriums zitiert.

    Die Parlamentsfraktion der Oppositionspartei "Erbe" hatte am 28. August einen Gesetzentwurf "Über die Anerkennung Berg-Karabachs" in die Nationalversammlung Armeniens eingebracht. Nach Ansicht der Partei ist nach der Annahme durch das Parlament, der Unterzeichnung und dem Inkraft-Treten des Gesetzes, die juristische Anerkennung des de-facto 1991 in Stepanakert in Übereinstimmung mit internationalem und sowjetischem Recht gegründeten souveränen Staates durch Armenien möglich.

    Zur Begründung der Initiative hatten die Verfasser erklärt, dass Berg-Karabach alle Anforderungen des internationalen Rechts an einen souveränen Staat erfülle.

    Der Anfang des Karabach-Konflikts geht auf das Jahr 1988 zurück, als die mehrheitlich von Armeniern bewohnte Region ihren Austritt aus der Aserbaidschanischen SSR erklärte. Einige Tage vor dem offiziellen Zerfall der Sowjetunion, am 10. Dezember 1991, fand in Berg-Karabach unter Aufsicht internationaler Beobachter ein Referendum statt. Dabei sprach sich die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung (99,89 Prozent) für die völlige Unabhängigkeit von Aserbaidschan aus.

    Danach begannen groß angelegte Kampfhandlungen, in dessen Folge Aserbaidschan die Kontrolle über Berg-Karabach und die anliegenden sieben Kreise verlor. Seit dem 12. Mai 1994, als in Bischkek der Waffenstillstandsvertrag unterschrieben wurde, schweigen die Waffen. Der Konflikt forderte 15 000 Todesopfer, etwa 1 Million Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

    Der Waffenstillstandsvertrag ist bis heute in Kraft. Seit 1992 gibt es Verhandlungen über eine friedliche Beilegung des Konflikts im Rahmen der Minsker Gruppe der OSZE, dessen Co-Vorsitzende Russland, die USA und Frankreich sind.

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