06:33 22 November 2017
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    Probleme mit Russland bringen Minsk und Europa einander näher - „Nesawissimaja Gaseta“

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    MOSKAU, 03. September (RIA Novosti). Ranghohe Vertreter Weißrusslands sind erstmals zur Konferenz über die europäische Nachbarschaftspolitik eingeladen worden, die in Brüssel stattfindet, stellt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag fest.

    Minsk bemüht sich um eine Annäherung mit den EU-Ländern, in die hochrangige weißrussische Beamte wegen entsprechender EU-Sanktionen nicht einreisen dürfen, und nutzt dafür seine Differenzen mit Russland. Nach Ansicht von Experten und örtlichen Beobachtern scheint der Streit Weißrusslands mit Gasprom als Hintergrund für die Herstellung von Beziehungen mit Europa für die weißrussische Führung vorteilhaft zu sein. Im Laufe dieses Jahres haben europäische Diplomaten mehrmals betont, dass sie die Beziehungen mit Weißrussland nach dem Gasstreit zwischen Minsk und Moskau Ende Dezember 2006 nun anders betrachten. „Wir sitzen in einem Energieboot“, äußerte ein Vertreter der diplomatischen Mission Deutschlands dazu.

    Vorerst verzichtet aber Europa nicht auf die zuvor formulierten Bedingungen für die Zusammenarbeit mit Minsk: Demokratische Reformen und Freilassung der politischen Gefangenen in Weißrussland. Offenbar ist aber irgendein Dialog dennoch im Gange.

    Minsk macht sich indessen auf einen neuen Streit mit Gasprom kurz vor der Jahreswende gefasst. Wie die Zeitung erfuhr, will Minsk Gasprom vorschlagen, das Schema der Preisberechnung für die Gaslieferungen durch eine mathematische Formel zu ersetzen, die ersichtlich machen soll, von welcher Größe der Gastarif wirklich abhängt.

    Laut dem eine Minute vor dem Jahreswechsel unterzeichneten Vertrag soll der Gaspreis für Weißrussland 67 Prozent des europäischen Durchschnittspreises minus Transportkosten betragen. Indessen stellen Experten fest, dass sich der europäische Durchschnittspreis kaum ermitteln lässt.

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