17:49 23 November 2017
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    APEC-Forum: Australier gehen aus Protest gegen Bush auf die Straße

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    APEC-Forum in Sydney (14)
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    SYDNEY, 03. September (RIA Novosti). Die australische Polizei befürchtet, dass die Proteste im Zusammenhang mit der Ankunft George Bushs zum APEC-Forum am Dienstag zu Massentumulten ausarten.

    Über Fernsehen haben die Ordnungshüter bereits gewarnt, dass sie nicht vor der Festnahme von Radaumachern zurückschrecken werden.

    Am Montag hat die Zeitung "Daily Telegraph" berichtet, dass die Demonstranten aus Protest gegen Bush auf die Straße gehen wollen. Bush reist zum Treffen der Staats- und Regierungschefs der Asiatisch-Pazifischen Region an, an dem auch der russische Präsident Wladimir Putin teilnehmen wird. Wie die Zeitung schreibt, verteilen Anarchisten bereits Handlungsanleitungen, wie man sich zum Zwecke der Konspiration besser maskiert, sich vor Tränengas schützt und der Polizei die Stirn bietet. Selbst Ratschläge für Schwarzfahrten in den Verkehrsmitteln werden parat gehalten.

    Der australische Premierminister John Howard hat seine Landsleute ermahnt, weder der Regierung noch George Bush die Schuld an eventuellen Massenkrawallen anzulasten. „Gebt nicht der Polizei die Schuld, beschuldigt keinen der Gäste und macht nicht die Bundesregierung verantwortlich. Werft das denen vor, die mit Gewalt drohen“, appellierte der Gipfelgastgeber an die Australier.

    Das Forum, sagte der Premierminister, gibt die rare Chance, der Welt ein positives Bild von Australien zu vermitteln.

    Die Koalition „Stoppt Bush“ hat derweil einen friedlichen Protestmarsch gegen den Urheber des Kriegs im Irak, in den auch australische Soldaten verwickelt sind, angekündigt.

    Einen Schock bei der Polizei hat das Verschwinden von drei Sendern für den codierten Polizeifunk ausgelöst, die 5 000 Dollar das Stück kosten. Wenn sie in die Hände der Demonstranten gefallen sind, kann die Polizei abgehört werden.

    Seit einem Monat haben die Geheimdienste diverse Studentenorganisationen ausgespäht, um die Wortführer zu ermitteln, teilte der "Sydney Morning Herald" am Montag mit. Die Polizei streitet zwar ab, doch zitiert das Blatt den Chef der Sicherheitskräfte des Gipfels, Dave Owen, der gesagt hat, die Informationssammlung sei die legitime Aufgabe der Polizei.

    Die Ordnungshüter reagieren sehr empfindlich auf jeden Versuch, die 3 Meter hohe und 5 Kilometer lange Stahlmauer zu fotografieren, die im Zentrum Sydneys errichtet wurde, um die Sicherheit der Gipfelteilnehmer zu gewährleisten. Als der Korrespondent der RIA Novosti eine Aufnahme der Umzäunung machte, wurde seine Akkreditierung überprüft. Deutsche Touristen mussten unterdessen die Bilder in ihren Digitalkameras sogar löschen. Ein Obdachloser wurde unterdessen in Gewahrsam genommen, als er mit seinem Handy ein Bild schoss.

    Daily Telegraph berichtet von 12 Festnahmen unter Greenpeace-Aktivisten, die im Hafen von Newcastle nördlich von Sydney Losungen gegen die Förderung des Kohlexports an Kai gemalt hatten. Im Bergbau sehen sie eine Naturgefährdung.

    Die Staats- und Regierungschefs aus 19 Ländern sowie aus Hongkong und vom chinesischen Taiwan werden in Sydney über globale Probleme sprechen, darunter auch über Wege zur Verhinderung der globalen Klimaerwärmung und über die Liberalisierung des Handels. Es ist inzwischen schon Tradition geworden, dass der Asien-Pazifik Gipfel indes eben so zu einem Anziehungsmagneten für protestierende Anarchisten und Antiglobalisten geworden ist, deren Märsche freilich nicht selten in Straßenschlachten münden.

    Die Zeitung "Australian" hat auf ihrer ersten Seite eine Karikatur veröffentlicht, die Bush und Harper bei einem Spaziergang entlang der Stahlmauer zeigt. Fragt Bush, was wohl gegen die Erhöhung des Pegels der Ozeane getan werden könne, woraufhin der Australier erwidert, die Umzäunung könne wasserundurchlässig gemacht werden.

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