20:37 18 November 2017
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    Russland konzipiert Programm für Rückkehr deutschstämmiger Bürger

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    MOSKAU, 03. September (RIA Novosti). Die russische Regierung hat die Konzeption eines staatlichen Zielprogramms für die Rückkehr und Ansiedlung von Russlanddeutschen bestätigt.

    Das berichtete der Pressedienst der Regierung am Montag.

    Ein entsprechendes Dokument über die Entwicklung des sozial-ökonomischen und ethnisch-kulturellen Potentials der Russlanddeutschen ist von Premier Michail Fradkow unterzeichnet worden.

    Das Programm ist für den Zeitraum 2008 bis 2012 angelegt und soll den Russlanddeutschen bei ihrer Rückkehr in ihre früheren Wohngebiete im Wolgaraum, in Westsibirien und in anderen Regionen sowie bei ihrer sozialen Eingliederung (vor allem im Bildungswesen, im Gesundheitswesen sowie bei der Wohnraumvermittlung) helfen.

    Die Gesamtzahl der Russlanddeutschen, die bereits in ihre früheren Wohngebiete zurückgekehrt und mit provisorischem Wohnraum versorgt sind, und der Einreisewilligen beträgt rund 8000.

    Es wird erwartet, dass sich 21 Regionen Russlands an dem Programm beteiligen werden.

    Derzeit sind die meisten Heimkehrer deutscher Herkunft provisorisch (in Wohnwagen, Containern, Baracken) untergebracht. Die ingenieurtechnische und soziale Infrastruktur in ihren Wohngebieten ist nur unzureichend entwickelt. Es mangelt an staatlichen Einrichtungen für nationale Kultur und Bildungswesen.

    Für das Programm werden insgesamt 2,8043 Milliarden Rubel (mehr als 80 Millionen Euro) benötigt. 2,141 Milliarden Rubel davon werden aus dem föderalen Staatshaushalt und 663,3 Millionen Rubel aus den betreffenden regionalen Budgets bereitgestellt.

    Das Ministerium für regionale Entwicklung Russlands ist beauftragt, einen Entwurf für das Zielprogramm auszuarbeiten und ihn der Regierung vorzulegen.

    „Die allseitige Lösung der Probleme der Entwicklung des sozial-ökonomischen, ethnisch-kulturellen und geistigen Potentials der Russlanddeutschen erfordert staatliche Unterstützung“, wird in dem Regierungsdokument unterstrichen. Darin heißt es weiter, dass „das Fehlen eines systematischen Herangehens an die Probleme der Russlanddeutschen als eines verfolgten Volkes dazu geführt hatte, dass ein bedeutender Teil davon zum ständigen Aufenthalt nach Deutschland ausgereist war“. In der Zeit 1989 bis 2004 hat sich die Zahl der Russlanddeutschen um mehr als 30 Prozent auf rund 600 000 verringert. Die Übersiedlung der Russlanddeutschen nach Deutschland „wirkt sich auf den Zustand und die Perspektiven des deutschen Volkes in Russland negativ aus und schadet der sozial-ökonomischen Entwicklung des Staates wesentlich“, wird unterstrichen.

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