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    US-Raketenabwehr: Kreml erwartet Fortsetzung des Dialogs bei Präsidententreffen in Sydney

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    Bei ihrem Treffen am Rande des APEC-Gipfels in Sydney vom 8. bis 9. September werden der russische Präsident Wladimir Putin und sein US-Amtskollege George W. Bush die geplante Stationierung von amerikanischen Raketenabwehrbasen (ABM) in Europa erörtern.

    MOSKAU, 04. September (RIA Novosti). Bei ihrem Treffen am Rande des APEC-Gipfels in Sydney vom 8. bis 9. September werden der russische Präsident Wladimir Putin und sein US-Amtskollege George W. Bush die geplante Stationierung von amerikanischen Raketenabwehrbasen (ABM) in Europa erörtern.

    Das erklärte Sergej Prichodko, Assistent des russischen Präsidenten, vor Journalisten am Montag.

    "Wir stellen uns nicht die Aufgabe, den Schlusspunkt zu setzen", führte er weiter aus. "Wir stellen uns die Aufgabe, einen aktiven Dialog zu diesem Thema zu stimulieren, an dem militärische und politische Experten teilnehmen würden. "Objektiv gesehen, gibt es viel mehr Fragen an die USA: Die Logik des russischen Standpunkts ist für die Expertengemeinschaft verständlicher."

    Die USA haben vor, eine Radarstation in Tschechien und Abfangraketen in Polen aufzustellen. Sie begründen dies mit einer Bedrohung, die von Iran ausgeht. Russland bewertet die amerikanischen Argumente als nicht überzeugend und betrachtet die Stationierung der ABM-Teile in der Nähe der russischen Grenze als eine Gefahr für seine nationale Sicherheit.

    Andererseits wäre es taktlos und nicht zweckmäßig, die USA in eine Sackgasse zu treiben, betonte er. Bush könne einfach nicht sagen: Washington habe es sich anders überlegt und verzichte auf die ABM-Stationierung.

    "Wenn es also eine Änderung des amerikanischen Standpunkts zum ABM-System geben sollte, so wird sie sich nicht plötzlich ereignen", sagte Prichodko. "Gerade darauf arbeiten wir auch hinaus. Wir brauchen indes keine Angst zu haben, weil wir eine Antwort parat haben."

    Er verwies darauf, dass am 15. September ein zweites Expertentreffen zu dieser Problematik stattfinden wird. In der ersten Runde, die in den USA stattgefunden hatte, tauschten die Delegationen Meinungen "zu Fragen aus, die die Standpunkte der Seiten zu den Bedrohungen betreffen, die sich aus einer Verbreitung von ballistischen Raketen und Massenvernichtungswaffen ergeben". Dabei wurden die Initiativen des russischen Staatschefs in Betracht gezogen.

    Beim G8-Gipfel in Heiligendamm hatte Putin seinem amerikanischen Amtskollegen angeboten, die Radarstation im aserbaidschanischen Gabala, die von Russland gepachtet wird, gemeinsam im Interesse der Raketenabwehr zu nutzen. Nach Ansicht Moskaus würde dies den USA die Möglichkeit bieten, auf ihre Pläne zur Stationierung von ABM-Segmenten in Tschechien und Polen zu verzichten.

    Beim Treffen mit Bush am 2. Juli in Kennebunkport unterbreitete Putin eine neue Initiative: Er bot an, nicht nur die Radarstation in Gabala, sondern auch eine Raketenstart-Frühwarnstation gemeinsam zu nutzen, die jetzt im Süden Russlands gebaut wird.

    Darüber hinaus werden die Präsidenten beider Länder internationale Fragen, darunter die Situation im Irak und um das Kosovo, behandeln. Es wird auch um die zukünftigen russisch-amerikanischen Beziehungen gehen.

    "Nach der Machtübernahme durch die Republikaner nach den Präsidentenwahl 2000 in den USA hat es in den Beziehungen eine Pause von praktisch acht oder neun Monaten gegeben", stellte Prichodko fest. Nach der bevorstehenden Präsidentenwahl in beiden Ländern sollte eine solche Situation vermieden werden.

    Wladimir Putin und George W. Bush haben bereits dieses Thema bei ihren vorangegangenen Treffen erörtert und dabei auf die Notwendigkeit einer Kontinuität des Dialogs zwischen beiden Ländern verwiesen.

    Das Gespräch zwischen den Präsidenten Russlands und der USA werde "eine Stunde bis zu einer Stunde und zehn Minuten" dauern, einen genauen Termin dieses Treffens nannte er jedoch nicht. Der Termin sei "nach dem jetzigen Stand noch nicht abgestimmt worden", allerdings nicht aus politischen, sondern aus "technischen Gründen", hieß es.

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