19:32 22 November 2017
SNA Radio
    Politik

    Normalisierungsgespräche zwischen Japan und Nordkorea in der Mongolei

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 0 0 0
    TOKIO, 05. September (RIA Novosti). Japan und Nordkorea bemühen sich um eine Normalisierung der bilateralen Beziehungen. Eine entsprechende Arbeitsgruppe ist am heutigen Mittwoch in der mongolischen Hauptstadt Ulan-Bator zusammengetreten.

    Das berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo Tsushin.

    Der japanische Chefunterhändler Yoshiki Mine sagte vor der Tagung der Arbeitsgruppe, eine Normalisierung sei unmöglich, solange das Problem der von Nordkorea verschleppten japanischen Bürger nicht gelöst ist. „Wir wollen die nordkoreanische Seite um konkrete Schritte bitten.“

    Der nordkoreanische Delegationsleiter Song Il Ho drückte die Hoffnung aus, dass die jetzige Verhandlungsrunde nicht ohne Ergebnis ausgehen wird.

    Zentrales Thema der zweitägigen Sitzung der Arbeitsgruppe ist das Problem der japanischen Bürger, die in den 70er und 80er Jahren von nordkoreanischen Geheimdiensten entführt worden sind. Nordkorea bekannte sich offiziell zur Entführung von 13 Japanern. Fünf von ihnen konnten bereits heimkehren. Die anderen sollen nach nordkoreanischen Angaben gestorben sein. Deshalb betrachtet Pjöngjang diese Frage als erledigt. Tokio vermutet eine größere Zahl von Entführungen und fordert die Rückführung aller Verschleppten.

    Solange diese Frage nicht gelöst ist, verweigert Japan Nordkorea jede Hilfe, darunter auch Heizöllieferungen, die von Russland, den USA, China, Südkorea und Japan dem kommunistischen Land in Aussicht gestellt wurden, wenn es sein Atomprogramm einstellt.

    Die Arbeitsgruppe hatte bereits in diesem März in Hanoi getagt. Die Tagung endete aufgrund mangelnder Kompromissbereitschaft ohne Ergebnis.

    Im Vorfeld des jetzigen Treffens schlug Tokio einen milderen Ton gegenüber Pjöngjang an. Japans Außenminister Nobutaka Machimura teilte mit, dass die Regierung erstmals seit 2004 humanitäre Hilfe für Hochwasseropfer in Nordkorea erwäge. Der japanische Kabinettschefsekretär Kaoru Yosano rief auf, den Streit zu entpolitisieren.

    Unterdessen machen Tokio und Washington die Streichung Nordkoreas von der Liste der Geldgeber des Terrorismus von der Lösung der Frage der Geiseln abhängig. Nordkorea seinerseits fordert die Streichung von der Terror-Liste als Bedingung für den Atomabbau.

    Am vergangenen Sonntag hatten nordkoreanische und amerikanische Vertreter vereinbart, dass Nordkorea sein Atomprogramm bis Ende 2007 einstellt. Nordkorea ließ daraufhin wissen, dass die USA im Gegenzug versprochen hätten, das Land von der Terror-Liste zu streichen. Doch Washington dementierte diese Information. Die Streichung von der „schwarzen Liste“ werde von der weiteren Denuklearisierung der Korea-Halbinsel abhängen, hieß es.

    In der ersten Etappe des atomaren Abbaus hatte Nordkorea bereits seinen Kernreaktor in Yongbyon heruntergefahren und Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) ins Land gelassen. In der zweiten Etappe soll Nordkorea all seine Nuklearanlagen bekannt machen und stilllegen. Dafür bekommt das Land 950 000 Tonnen Heizöl für seine Wärmekraftwerke.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren