02:29 23 November 2017
SNA Radio
    Politik

    Russlands neuer Präsident wird unterschiedliche Ideologien vertreten müssen - „Wremja Nowostej“

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 2 0 0
    MOSKAU, 05. September (RIA Novosti). Meinungen der meisten russischen Bürger darüber, wie der nächste Präsident Russlands sein soll, stimmen durchaus mit dem Hauptgedanken des bekannten Artikels des in Ungnade gefallenen Oligarchen Michail Chodorkowski „Die linke Wende“ überein.

    Die Linken betrachten den jetzigen Staatschef als einen Linken, während ein Teil der Rechten in ihm einen Rechten sieht. Wie die Tageszeitung „Wremja Nowostej“ am Mittwoch schreibt, wird sein Nachfolger nach Ansicht von Experten genauso wie der jetzige Präsident zwischen den Werten unterschiedlicher Ideologien lavieren müssen.

    Wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts WZIOM zeigte, sind 52 Prozent der Befragten davon überzeugt, dass der nächste Staatschef eher ein Verfechter der sozialen Gerechtigkeit sein soll, der sich um die Benachteiligten kümmert. Überraschend stark war zugleich mit 20 Prozent die Unterstützung für einen marktorientierten Präsidenten: Nach Ansicht dieser Teilnehmer der Umfrage soll ein rechter Politiker an der Machtspitze stehen, der ein effektives und konkurrenzfähiges Business unterstützen würde. Neun Prozent sind der Auffassung, dass der Präsident irgendeinen anderen Kurs verfolgen sollte. 19 Prozent konnten keine Antwort geben.

    „Putin ist weder rechts, noch links“, meint Vitali Iwanow, stellvertretender Generaldirektor des Zentrums für politische Konjunktur. „Bei uns werden die Rechten oft mit Liberalen verwechselt. Putins Kurs ist eine überaus schlaue Mischung rechter, linker und liberaler Elemente.“ Nach Ansicht des Politologen ist dies nicht darauf zurückzuführen, dass der jetzige Präsident in dieser Hinsicht wahllos agieren würde bzw. sich ideologisch nicht festgelegt habe, sondern auf die Lebensverhältnisse selbst: „Das Leben ist komplizierter als jede Ideologie. In der Praxis muss man Beschlüsse fassen, die mal diesem, mal jenem ideologischen Schema entsprechen - einem linken, einem rechten oder einem liberalen.“

    „Egal, was der neue Präsident deklarieren wird - er wird eine gemischte Politik betreiben müssen: In bestimmten Bereichen einen betont linken Kurs betreiben, mal populistische Entscheidungen treffen und in bestimmten Dingen strategische Aufgaben vor den Augen behalten“, stellt der Experte fest.

    „Trotz seiner linkssozialen Phraseologie bleibt Putin in Wirklichkeit ein Vertreter der Marktwirtschaft“, so Alexander Konowalow, Präsident des Instituts für strategische Schätzungen. „Ist er aber auch ein Anhänger der demokratischen Werte? Das ist äußerst zweifelhaft. In historischer Hinsicht ist Russland ein kollektivistisches und linksorientiertes Land. Hinzu kommt die Enttäuschung von der Periode, als wir mit dem Aufbau der Marktwirtschaft zwar begonnen, diesen aber nicht abgeschlossen haben.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren