02:59 24 November 2017
SNA Radio
    Politik

    Israel erwägt Einstellung der Strom- und Wasserversorgung des Gazastreifens

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 110
    TEL AVIV, 05. September (RIA Novosti). Israels militärpolitisches Kabinett hat am Mittwoch die Sicherheitsstrukturen, das Außenministerium und die zuständigen Justizorgane beauftragt, die Möglichkeit der Einstellung der Zufuhr von Strom, Brennstoff und Wasser in den Gazastreifen als Antwort auf die verstärkten Aktivitäten der palästinensischen Raketeneinheiten zu prüfen.

    Das geht aus einer Erklärung der israelischen Regierung hervor, die in einer Beratung der Schlüsselminister und der Chefs der Sicherheitsstrukturen angenommen wurde. In der Sitzung ging es um die Reaktion auf die Raketenangriffe, die sich seit Beginn des Schuljahres im Süden Israels häufen.

    Es sind zwar keine Opfer zu beklagen, aber die Raketenangriffe rufen Panik unter den Schülern und ihren Eltern hervor und haben vor zwei Tagen die Militärs gezwungen, einen Kindergarten in der Stadt Sderot zu evakuieren.

    Laut der Erklärung macht die israelische Regierung die islamradikale Bewegung Hamas, die nach dem Umsturz im Juni den Gazastreifen unter ihre Kontrolle gebracht hatte, für die Raketenschläge verantwortlich.

    „Diese terroristische Mörderorganisation ist bemüht, die Verantwortung für das Alltagsleben der Bewohner des Gazastreifens zu übernehmen. Die gewohnte Lebensordnung in den (israelischen) Ortschaften an den Grenzen zu Gaza wird in unzulässiger Weise zerstört“, so das Dokument.

    „In diesem Zusammenhang sind die Sicherheitsstrukturen beauftragt worden, in Gemeinschaft mit dem Außenministerium und den zuständigen Justizorganen und auf Grund militärischer und ziviler Erwägungen einen Plan zur Einstellung der Leistungen zu konzipieren, die Israel für die Bevölkerung des Gazastreifens erbringt“, so die Regierung.

    In der palästinensischen Enklave, die von der Außenwelt abgetrennt ist, leben 1,5 Millionen Menschen, die auf die Brennstoff-, Strom- und Wasserlieferungen aus Israel voll angewiesen sind.

    Das Kabinett hat gleichzeitig beschlossen, die Militäroperation gegen Aktivisten der radikalen Gruppierungen fortzusetzen, die an den Raketenangriffen beteiligt waren. „Niemand von denen, die Verantwortung für die Terrortätigkeit tragen, hat eine Immunität“, heißt es in der Erklärung.

    Die israelische Regierung will vorerst von einer umfassenden Invasion in den Gazastreifen absehen. Israel erwidert die Raketenangriffe mit Einzelschlägen gegen Extremistengruppen und mit Patrouillen in den Grenzgebieten nahe der palästinensischen Enklave.