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    Neuer Grenzvertrag belegt Pragmatismus in Beziehungen zwischen Russland und Lettland - Russlands Presse

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    Die Staatsduma hat am Mittwoch den russisch-lettischen Grenzvertrag ratifiziert. Nun kann Lettland keine territorialen Ansprüche mehr an Russland stellen

    MOSKAU, 06. September (RIA Novosti). Die Staatsduma hat am Mittwoch den russisch-lettischen Grenzvertrag ratifiziert. Nun kann Lettland keine territorialen Ansprüche mehr an Russland stellen, schreiben die Tageszeitungen „Wremja Nowostej“ und „RBC Daily“ am Donnerstag in ihren Kommentaren.

    Lettlands Außenminister Artis Pabriks hat erstmals Moskau und Riga aufgerufen, die alten Streitereien zu vergessen und „den Revanchegeist zu überwinden“. Im Unterschied zu Estland ist Lettland eindeutig nicht bereit, den einträglichen russischen Transit im Interesse des Nationalismus zu opfern. Die Lage der russischsprachigen „Nichtbürger“ wird sich dadurch allerdings kaum ändern, schreiben die beiden russischen Zeitungen .

    „In den neuen russisch-lettischen Beziehungen dominiert der Pragmatismus“, sagt Andris Berzins, Vorsitzender der Kommission für Auswärtiges des Parlaments. Der lettische Politologe Karlis Dauksts hob hervor, dass der wirtschaftliche Einfluss Russlands dank den Energieressourcen natürlicherweise gewachsen ist. „Mit der Ratifizierung des Grenzvertrags verringert sich das Risiko eines Zustroms von ‚schmutzigem Geld’ aus Russland“, meinte er.

    „Nach einer langen Euphorie-Phase über die erworbene Unabhängigkeit ist in Lettland endlich eine leichte Ernüchterung eingetreten“, stellte Wladimir Scharichin, Vizedirektor des Instituts der GUS-Länder, fest. „Dort wurde ein nicht gerade aufbauendes Fazit der Aktivitäten gezogen, die auf ein Verdrängen der Russen aus dem Land gerichtet war. Die lettischen Behörden haben darauf gehofft, dass es mit Barrieren auf dem Weg zum Erwerb der Staatsbürgerschaft gelingen wird, die Russen loszuwerden. Eine gewisse Anzahl der Russen ist wirklich gegangen. Eine beträchtliche Anzahl ist aber in Lettland geblieben. Sie haben dort Fuß gefasst, und die Behörden müssen damit leben. Außerdem bilden sie potentiell einen beträchtlichen Anteil der Wählerschaft.“

    „Die Wirtschaft diktiert häufig die Notwendigkeit recht harter Entscheidungen“, so Scharichin. „Außerdem wäre es dumm von den lettischen Behörden, die Vorteile der geographischen Lage ihres Landes zwischen der EU und Russland wegen des Streits mit Moskau nicht zu nutzen.“

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