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    Timoschenko-Block besteht auf beschleunigter Reform der ukrainischen Armee

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    SIMFEROPOL, 06. September (RIA Novosti). Der Block der ukrainischen Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko hat sich für eine beschleunigte Militärreform im Land ausgesprochen.

    Ab 2008 sollten keine Wehrpflichtigen mehr zum regulären Dienst einberufen werden, sagte Valentin Subow, Kandidat für das ukrainische Parlament vom Timoschenko-Block, am Donnerstag in Simferopol auf der Krim. "Die Ukraine hat keinen realen Gegner, der zu einer Aggression bereit wäre. In den letzten Jahrzehnten hat sich in der Welt vieles geändert. Daher sollten wir auf das sowjetische System beim Aufbau der Armee verzichten." Im neuen Parlament werde der Timoschenko-Block versuchen, einen Wehrdienst auf Vertrag durchzusetzen, und zwar ab 2008, sagte der Politiker.

    Soldaten lieferten sich nicht selten Prügeleien, Munitionsdepots detonierten, Raketen schlugen in Wohnhäuser ein. "Wegen Brennstoffmangel können Panzerübungen höchstens zweimal im Jahr durchgeführt werden. Mehr noch. Die Ukraine, die die weltweit modernsten Panzer baut, hat selber keine einzige Maschine dieser Art… Negative Tendenzen zwingen uns, von der Notwendigkeit einer beschleunigten Armeereform zu sprechen. Zwischen 1992 und 2005 kamen 3171 Angehörige der ukrainischen Armee ums Leben. Diese Zahl verpflichtet uns, die Armee binnen kürzester Zeit modern, kampffähig und professionell zu machen. Diese Aufgabe ist durchaus realistisch", sagte Subow.

    Der Timoschenko-Block schlägt ferner vor, auf die Kasernierung für die meisten Truppen zu verzichten. "Warum müssen sich Panzergrenadiere oder Panzersoldaten rund um die Uhr in ihren Kasernen befinden? In den meisten europäischen Ländern kommen die Soldaten zum Wehrdienst wie zur Arbeit und kehren am Abend nach Hause zurück", sagte der Kandidat.

    Am vergangenen Dienstag hatte Julia Timoschenko mitgeteilt, dass in der Ukraine jedes Jahr im Schnitt bis zu 80 Soldaten des regulären Wehrdienstes ums Leben kommen. Sie schlug vor, die Einberufung von Wehrpflichtigen zum Jahr 2008 einzustellen.

    Am Mittwoch erklärte Verteidigungsminister Anatoli Grizenko, dass Timoschenkos Vorschlag mit dem Zerfall der Armee gleichzusetzen sei. "Ihr Versprechen, die Einberufung der Wehrpflichtigen abzuschaffen, ist ein Abenteuer", so der Verteidigungsminister.

    Die vorgezogenen Parlamentswahlen in der Ukraine sind für den 30. September angesetzt.

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