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    Montenegro protestiert gegen schroffe Reaktion Serbiens auf Einreiseverbot für serbischen Bischof

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    BELGRAD, 06. September (RIA Novosti). Die Botschafterin von Montenegro in Serbien, Anka Vojvodic, hat am Donnerstag gegenüber dem Außenministerium von Serbien einen offiziellen Protest wegen schroffer Aussagen mehrerer serbischer Politiker und Staatsmänner gegen die montenegrinischen Staatsbehörden erhoben.

    Das berichtet die montenegrinische Agentur MINA.

    Der Konflikt zwischen Belgrad und Podgorica war ausgebrochen, nachdem die montenegrinischen Behörden ein Einreiseverbot für serbisch-orthodoxen Bischof Filaret erlassen hatten, der sich aus dem in Serbien gelegenen Kloster von Milesevo in den in Montenegro befindlichen Teil der Diözese begeben hatte. Dem hohen Würdenträger wurde in diesem Sommer zweimal die Einreise nach Montenegro verweigert.

    Aus Protest gegen diese Entscheidung trat Filaret am 28. August in den Hungerstreik. Er hält sich zurzeit in einem serbischen Dorf an der Grenze zu Montenegro auf.

    Das Einreiseverbot für den Geistlichen begründet Podgorica damit, dass Filaret auf der „Schwarzen Liste“ des Internationalen Gerichtshofes für Ex-Jugoslawien (ICTY) in Den Haag steht. Er wird verdächtigt, vom UN-Tribunal angeklagte flüchtige Kriegsverbrecher, vor allem Radovan Karadzic und Ratko Mladic, unterstützt zu haben.

    Wie die Pressesprecherin des UN-Tribunals, Olga Kavran, am Mittwoch in einem Interview für die Agentur Tanjug sagte, „steht Filaret nicht in den Listen des Tribunals, aber sein Name ist in ähnlichen Dokumenten der EU erfasst“. Olga Kavran unterstützte das Einreiseverbot der montenegrinischen Behörden für Bischof Filaret.

    „In Wirklichkeit ist dieses Problem durch die Eigenmächtigkeit der Quasi-Staates verursacht worden, der auf der Welle des Separatismus entstanden war und wähnt, seine Staatlichkeit stets durch strenges Verhalten aufrechterhalten zu können“, sagte der Berater des serbischen Premiers, Aleksandar Simic, am Dienstag vor den Belgrader Massenmedien. Diese Aussage des einflussreichen serbischen Politikers hatte einen besonders scharfen Protest der montenegrinischen Behörden ausgelöst.

    Am Mittwoch hat sich der Konflikt zwischen Serbien und Montenegro noch mehr verschärft, nachdem der Minister für Verkehrswesen und Infrastruktur Serbiens, Velimir Ilic, seinen Besuch in Podgorica, wo er sich mit dem montenegrinischen Amtskollegen Andrija Lompar treffen sollte, abgesagt hatte.

    „Wenn der Bischof nicht nach Montenegro einreisen darf, so darf es auch der Minister nicht“, sagte Ilic zu Journalisten.

    Wie der Direktor des Hauses für Gesundheit der Stadt Prijepolje, Mirsad Ljuhad, am Donnerstag mitteilte, hat sich der Zustand des im Hungerstreik befindlichen Bischofs merklich verschlechtert. Er könne sich ohne fremde Hilfe nicht fortbewegen, so Ljuhad.

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