19:31 22 November 2017
SNA Radio
    Politik

    Umfrage: Russen für Isolationismus, aber auch für Demokratisierung - „Wedomosti“

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 0 0 0
    MOSKAU, 07. September (RIA Novosti). Russlands Bürger setzen sich für eine Fortsetzung der Isolationismus-Politik und eine weitere Rückverstaatlichung der Wirtschaft ein, zugleich äußern sie sich gegen die Festigung der Machtvertikale und wünschen sich eine Demokratisierung.

    Dies ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts WZIOM, auf die sich die Tageszeitung „Wedomosti“ am Freitag beruft.

    Danach gefragt, welche Korrekturen des jetzigen Kurses von Präsident Wladimir Putin erwünscht wären, äußerten die meisten, sie wünschen eine weitere Verstärkung der unter Putin eingeleiteten Trends in der Innen- und der Außenpolitik. 51 Prozent sind der Auffassung, dass Russland seine Eigenständigkeit weiter festigen soll. 56 Prozent plädieren für eine Verstärkung der Rolle des Staates in der Wirtschaft. 49 Prozent wollen einen Schutz vor der Einwanderungswelle.

    Für die Festigung der Machtvertikale sprachen sich 26 Prozent aus, während 30 Prozent Demokratisierung, freie Wahlen und unabhängige Medien unterstützten. Weitere 27 Prozent schlugen vor, nichts zu ändern, während 18 Prozent keine Antwort darauf geben konnten.

    Wie WZIOM-Generaldirektor Valeri Fjodorow feststellte, vertraut das Volk dem Präsidenten dermaßen stark, dass sein größter Wunsch in Bezug auf den Kurs ist, diesen zu vertiefen und zu erweitern. Die widersprüchlichen Aussagen hinsichtlich der Machtvertikale erklärte er dadurch, dass die meisten kein Interesse an diesem Problem haben.

    Eine andere Erklärung bestehe in einem gewissen Durcheinander, das in Bezug auf den Begriff Demokratisierung herrscht, betonte Fjodorow. Für die meisten russischen Bürger ist nämlich die jetzige Macht demokratischer als während der Präsidentschaft Boris Jelzins.

    Alexej Graschdankin, Experte des Lewada-Zentrums, registrierte ebenfalls kontroverse Meinungen über die Machtvertikale. Nach seiner Ansicht wurde die Machtvertikale von der Gesellschaft niemals positiv bewertet. Auch der Austausch der unabhängigen Institute durch die Institute der souveränen Demokratie löste keinen Enthusiasmus aus.

    Der Politologe Dmitri Oreschkin stellt fest, dass die 30 Prozent der Unzufriedenen in zwei bis drei Jahren auf 50 Prozent wachsen könnten. Die Menschen sehen, dass die Machtvertikale nicht gerade effektiv sei, meint er. Zunächst haben besser gebildete und urbane Menschen, die die Vorteile von Konkurrenz und Pluralismus sehen, das Problem der Machtvertikale erkannt. Diese Tendenz wird nach seiner Ansicht zu einer Umgestaltung des politischen Systems Russlands führen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren