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    Serbien droht mit Krieg um das Kosovo - „Kommersant“

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    MOSKAU, 07. September (RIA Novosti). Der Staatssekretär des serbischen Ministeriums für Kosovo und Metochien, Dusan Prorokovic, hat in einem „New York Times“-Interview gewarnt, dass eine einseitige Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo durch den Westen Serbien den Anlass geben wird, seine Truppen in diese Region wieder zu schicken.

    Das schreibt die Tageszeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Nach seinen Worten wäre eine Truppenentsendung in die Provinz Kosovo nur ein Teil der von Belgrad konzipierten Liste von insgesamt 16 Gegenmaßnahmen. So würde Serbien im Falle einer Ausrufung der Unabhängigkeit „ein Handelsembargo gegen die Provinz Kosovo beschließen und die Grenzen sperren“.

    Die Drohungen, die nun aus Belgrad zu vernehmen sind, werden nicht nur Serbiens Beziehungen mit dem Westen erschweren - sie bringen auch Russland in eine heikle Situation. Wie die Zeitung vom russischen Außenministerium erfuhr, wird Moskau den Serben kaum eine neue Schlacht um das Kosovo erlauben, die zu einer Destabilisierung auf dem Balkan führen würde.

    Andere serbische Offizielle waren bemüht, die Äußerungen von Dusan Prorokovic zu mildern. So betonte Jelica Kurjak, die interimistische Geschäftsträgerin Serbiens in Russland, Belgrad schließe eine Gewaltanwendung im Falle einer Anerkennung des Kosovo durch den Westen aus. „Serbien hat nicht vor, mit irgendjemand einen Krieg zu führen“, sagte sie.

    Diese Widersprüchlichkeit in den Äußerungen ist unter anderem mit den unterschiedlichen Standpunkten von Serbiens Präsident Boris Tadic und Premier Vojislav Kostunica zu erklären. Während beide gegen eine Unabhängigkeit des Kosovo sind, wäre Tadic zu ernsthaften Kompromissen bereit, wobei Premier Kostunica versucht, mit militantem Nationalismus um das Kosovo zu kämpfen. Dusan Prorokovic ist eben aktiver Anhänger des Premiers.

    Davon, welcher Kurs die Oberhand gewinnen wird, wird nicht nur der Charakter der Regelung des Kosovo-Problems abhängen. Dies wird sich auch auf die Zukunft von Serbien selbst auswirken, schreibt die Zeitung.

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