03:04 24 November 2017
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    Iran beharrt trotz Gefahr von neuer UN-Resolution auf Atomprogramm

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    TEHERAN, 10. September (RIA Novosti). Iran will seine Urananreicherung nicht stoppen, obwohl abermals eine Resolution des UN-Sicherheitsrats droht.

    Das erklärte der iranische Chefunterhändler Ali Laridschani im spanischen Fernsehen.

    "Niemand kann Iran zwingen, auf die Umsetzung seiner Rechte im Atombereich zu verzichten", sagte er. "Selbst wenn eine neue Resolution des UN-Sicherheitsrates angenommen werden sollte, wird unsere Position unverändert bleiben."

    Die Sechsergruppe (die ständigen Mitgliedsstaaten des UN-Sicherheitsrates plus Deutschland) fordern von Teheran die Aussetzung der Urananreicherung, die als eine vertrauensbildende Maßnahme gedacht ist und den zivilen Charakter des Atomprogramms bestätigen soll. Teheran wird verdächtigt, an der Entwicklung von Kernwaffen zu arbeiten.

    Angesichts der Weigerung Irans, hatte der UN-Sicherheitsrat die Resolutionen 1737 und 1747 angenommen, die Sanktionen gegen das Nuklear- und das Raketenprogramm Irans vorsehen. Iran lehnt jedoch die darin enthaltenen Forderungen ab und bewertet diese als "gesetzwidrig". Mehr noch: Im April kündigte Präsident Mahmud Ahmadinedschad an, Iran gehe vom Forschungsstadium der Urananreicherung zur industriellen Produktion von Kernbrennstoffen über.

    Nach einem Treffen von Laridschani mit dem Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Muhammed ElBaradei intensivierte Teheran allerdings seine Zusammenarbeit mit der IAEO. Damit wollte es die internationale Völkergemeinschaft vom zivilen Charakter seines Atomprogramms überzeugen. IAEO-Inspekteure durften den Schwerwasser-Reaktor in der iranischen Stadt Arak besuchen. Anfang August traf eine Delegation technischer IAEO-Mitarbeiter in der iranischen Hauptstadt ein. Dabei wurde ein Zeitplan Erörtert für die IAEO-Inspektionen des Urananreicherunganlage in Natans erörtert.

    Die iranische Regierung macht zwar kein Hehl daraus, dass sie um einen Ausbau der Zusammenarbeit mit der IAEO bemüht ist, um eine neue UN-Resolution zu verhindern. Zugleich schließt sie eine Aussetzung der Urananreicherung kategorisch aus. Iran betont, dass es gemäß dem Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen das Recht auf zivile Nukleartechnologien hat.

    Einige ausländische Medien veröffentlichten in der vergangenen Woche Auszüge aus einem Geheimbericht des IAEO-Generaldirektors zu Iran. Im Dokument wird betont, dass die von Teheran bekundete Bereitschaft, IAEO-Fragen zu seinem Nuklearprogramm zu beantworten, "einen großen Schritt nach vorne darstellt".

    Zugleich wird Iran aufgefordert, weitere Anstrengungen zu unternehmen, um den friedlichen Charakter seines Programms zu beweisen.

    Offiziell wird der Bericht am heutigen Montag vom IAEO-Chef ElBaradei dem IAEO-Direktorenrat in Wien vorgestellt.

    Zugleich forderten die USA, Großbritannien und Frankreich erneut auf, den Druck auf Teheran zu verstärken und die Arbeit an einer neuen Resolution aufzunehmen, die zusätzliche Sanktionen vorsehen würde.