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    Brüssel ruft Pakistan auf, Scharif das Recht der Verteidigung in der Heimat zu gewähren

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    BRÜSSEL, 10. September (RIA Novosti). Die Regierung in Islamabad muss dem früheren pakistanischen Premierminister und Oppositionspolitiker Nawaz Scharif die Rückkehr in seine Heimat und das Recht auf seine Verteidigung gegen die ihm gegenüber erhobenen Korruptionsvorwürfe vor Gericht gewähren, hat die EU-Kommission erklärt.

    Ihre Sprecherin, Christina Hohmann, hat am Montag vor der Presse betont: „Wir verfolgen die Ereignisse, die sich heute Morgen zugetragen und zur Abschiebung des früheren Premiers Scharif nach Saudi-Arabien geführt haben. Wenn Sie sich erinnern, haben wir auch den Beschluss des Obersten Gerichts vom 23. August zur Kenntnis genommen, welcher ihm die Rückkehr in sein Land zu jedem beliebigen Zeitpunkt gestattet. Und wir meinen, dass die Auflage zu respektieren ist“, sagte Hohmann.

    Nawaz Scharif, der am Montag aus dem Asyl in seine Heimat zurückgekehrt war, wurde nur vier Stunden nach seiner Ankunft wieder abgeschoben, melden die pakistanischen Fernsehsender unter Berufung auf informierte Quellen.

    Der 57-jährige Ex-Premier ist bei seinem Eintreffen von Behördenvertretern in Empfang genommen worden. Ihm ist die sofortige Abreise nahegelegt worden, was er ablehnte. Daraufhin wurde die Abschiebung verfügt.

    Scharif stand von 1990 bis 1993 und von 1997 bis 1999 an der Spitze der pakistanischen Regierung. Durch einen Militärputsch des heutigen Präsidenten gestürzt, wanderte er unter schwerwiegenden Vorwürfen ins Gefängnis, darunter wegen Korruption und Verrat. Im Dezember 2000 ist er zum ersten Mal in die Emigration nach Saudi-Arabien abgeschoben worden. Sechs Jahre später nach Pakistan zurückgekehrt, wurde er umgehend wieder ins Asyl geschickt.

    Wie die pakistanischen Medien berichten, hat sich Saudi-Arabien bereits bereit erklärt, Scharif wieder aufzunehmen.

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