14:07 23 November 2017
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    Neonazi-Skandal: Israels Oberrabbiner will Einbürgerungskriterien verschärfen

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    TEL AVIV, 10. September (RIA Novosti). Israels Oberrabbiner Yona Metzger hat sich am Montag für eine Verschärfung der Bestimmungen für die Einbürgerung ausgesprochen.

    Damit reagierte er auf die Verhaftung von acht russischsprachigen Jugendlichen, die die Polizei der Gründung einer neonazistischen Bande verdächtigt.

    Die Verhafteten sind vom Standpunkt orthodoxer jüdischer Rechtsauffassungen keine Juden. Sie sind auf der Grundlage des Heimkehrergesetzes aus den früheren Sowjetrepubliken nach Israel gekommen, welches Abkömmlingen jüdischer Vorfahren bis in die dritte Generation die Staatsbürgerschaft gewährt. „Wenn man eine jüdische Großmutter hat, die den Holocaust überlebt hat, und ihr Sohn hat eine Nichtjüdin geheiratet, dann kann der Enkel nicht mehr Jude sein. Solche Nichtjuden halten sich unter uns auf“, wird er von dem israelischen Informationsportal Ynet wiedergegeben.

    Die Taten der Neonazis bezeichnete er bei einem Empfang am Sitz der Polizei als grauenhaft und schockierend. In diesem Zusammenhang meinte er: „Es wird darüber gestritten, ob das Heimkehrergesetz gut oder schlecht ist. Ich habe das Gefühl, dass (das Auftauchen einer solchen Bande) ein rotes Warnsignal ist.“

    Sicherheitsminister Avi Dichter seinerseits wandte sich bei dem gleichen Empfang im Polizeisitz gegen eine überstürzte Gesetzesänderung und erinnerte an die gewichtigen Leistungen russischsprachiger Einwanderer vor dem Staat Israel. „Wenn von den Einwanderern aus der früheren Sowjetunion gesprochen wird, dann muss auch an die Gruppe von Helden erinnert werden, die erst kürzlich Kampfauszeichnungen bekommen haben“, so zitiert ihn Ynet.

    Die Auszeichnungszeremonie für Offiziere und Soldaten, die sich im Libanon-Krieg des vergangenen Jahres hervorgetan haben und unter denen nicht wenige Einwanderer aus der früheren Sowjetunion waren, hat Anfang September stattgefunden.

    Premierminister Ehud Olmert hat den Vorfall schon gestern als einen Einzelfall bezeichnet, der nicht dazu herhalten dürfe, „Beschlüsse, die ganze Schichten der israelischen Gesellschaft betreffen“, herbeizureden.

    Den verhafteten Jugendlichen im Alter von 17 bis 20 Jahren werden zahlreiche Gewalttaten gegen ausländische Arbeitskräfte, Araber und orthodoxe Juden vorgeworfen. Sie werden außerdem der Rassenhetze und des illegalen Besitzes von Waffen und Sprengstoffen beschuldigt.

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