23:16 23 November 2017
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    Abchasien fordert von Georgien 13 Milliarden Dollar Kriegsentschädigung

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    Abchasien, abtrünnige Provinz im georgischen Territorium, fordert von Tilfis eine Entschädigung in Höhe von 13 Milliarden US-Dollar.

    TIFLIS, 11. September (RIA Novosti). Abchasien, abtrünnige Provinz im georgischen Territorium, fordert von Tilfis eine Entschädigung in Höhe von 13 Milliarden US-Dollar.

    Das berichtet die Nachrichtenagentur Novosti-Grusia unter Berufung auf den Fernsehsender Rustawi-2.

    Sobald Georgien den Kriegsschaden ersetzt, könne Abchasien an Entschädigungen für georgische Flüchtlinge denken, sagte der abchasische Außenminister Sergej Schamba in einem Gespräch mit Rustawi-2. „Georgien muss nämlich den Kriegsschaden ersetzen, der laut Berechnungen einer Sonderkommission 11,5 Milliarden Dollar beträgt“, sagte Schamba. Hinzu komme eine Entschädigung für georgische Sanktionen und die seit Jahren andauernde Blockade.

    Georgien wies die Forderung als unbegründet zurück. Abchasien habe 350 000 Menschen vertrieben und sich deren Vermögen angeeignet, sagte Konstantin Gabaschwili, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des georgischen Parlaments. Er warf Abchasien „ethnische Säuberungen“ und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ vor. Eine Entschädigung käme nicht in Frage.

    Abchasische Republik gehört formell zu Georgien, hat sich jedoch 1992 für unabhängig erklärt, was zu einem blutigen Krieg führte. Der Sezessionskrieg dauerte etwas länger als ein Jahr, führte zu Kriegsverbrechen, vielen tausend Toten und zur Vertreibung von vielen Georgiern, die in Abchasien gelebt hatten. Im Mai 1994 wurde ein Waffenstillstand vereinbart.

    Bislang sichert ein mehrheitlich von russischen Soldaten geführtes Friedenskontingent der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) die Einhaltung des Waffenstillstandes. Heute ist Abchasien de facto ein autonom agierender, jedoch international nicht anerkannter Staat.