19:30 22 November 2017
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    Reportage: Osama bin Laden schwebt am Jahrestag des 11. September über New York

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    Der Schatten des Terroristen Nummer Eins schwebt am Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 über der amerikanischen Megapolis.

    NEW YORK, 11. September (RIA Novosti). Der Schatten des Terroristen Nummer Eins schwebt am Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 über der amerikanischen Megapolis.

    Der Drahtzieher der schockierendsten und blutigsten Gewalttat, die die beiden Zwillingstürme des World Trade Centers in Trümmer legte, hat nach dreijährigem Schweigen in einer virtuellen Botschaft über das Internet neue Anschläge angekündigt.

    Auf den ersten Blick scheinbar etwas jünger und mit einem dichteren Bart, appelliert er an Amerika, sich zum Islam zu bekehren und dem Kapitalismus eine Absage zu erteilen. Laut amerikanischen Medien glauben mehr als die Hälfte der New Yorker daran, dass der Frontmann der Al Qaida durchaus zu einem neuen Schlag gegen die Stadt imstande ist.

    „New York - das sind 16 Millionen Augenpaare. Wir hoffen auf Euch“ - so lautet ein Plakat in den Bussen der Stadt. Nur Augen sind zu sehen, und zwar ganz verschiedene. Wissbegierige Kinderaugen und verständnisvolle Augen, die Altersweisheit widerspiegeln. Schmale asiatische Augen und die Augen von Europäern.

    Im Kampf gegen den Terrorismus haben die New Yorker Sicherheitsdienste alle Bürger unter ihr Banner gerufen. „Wenn Du etwas siehst, teile es mit“, „Behalte Deinen Verdacht nicht für Dich, ruf an“ und „Danke für offene Augen und Ohren“ - so wendet sich die Polizei an die Mitbürger. Die Nummer einer speziellen Hotline kann man auf jeder U-Bahn-Fahrkarte, auf Litfasssäulen und in den Läden lesen.

    Ihrer Sicherheit zuliebe haben die Amerikaner persönliche Freiheiten geopfert und den USA Patriotic Act geschluckt. Den Sicherheitsorganen wurden zu Lasten der guten traditionellen Werte Amerikas neue Vollmachten zugebilligt.

    Die Sicherheitsdienste glauben unterdessen, dass das noch immer nicht ausreicht, und gehen immer weiter. Mehr Recht beim Abhören von Telefongesprächen und mehr Rechte bei der Überwachung der Geldströme wollen sie bekommen. Das Internet soll ausgespäht werden.

    Die USA, ein Schmelztiegel der Nationen, haben ungebetenen Gästen die Türen der Flughäfen vor den Nasen zugeschlagen. An der Grenze zu Mexiko wird eine Mauer gebaut. Im Gelobten Land müssen die Fingerabdrücke zweimal abgegeben werden, und zwar beim Erhalt eines Visums und bei der Einreise. Kein anderes Land hat sich bisher dazu durchringen können. Röntgenapparate durchleuchten auf den Flughäfen jeden mit dem Ziel, des potenziellen Feindes habhaft zu werden. Um 17 Prozent ist in den letzten Jahren der Touristenstrom zurückgegangen, während unterdessen der Begriff „Wachsamkeit“ in den Alltagssprachgebrauch des Durchschnittsbürgers Einzug gehalten hat.

    Am Vorabend des Jahrestages der Tragödie hat die Polizei öffentlich Rechenschaft darüber abgelegt, was sich inzwischen getan hat. Im vergangenen Jahr teilten 1944 New Yorker mit, was sie „gesehen und gehört“ haben, und zwar denen, die das etwas angeht. In jedem Autobus prangt der Bericht zum Nachlesen.

    Schon sechs Jahre gab es in New York keinen Terroranschlag mehr. Die Wunden des 11. September sind derweil aber keineswegs geheilt. Die Angst, die Osama bin Laden mit seiner virtuellen Botschaft einzuflößen trachtet, versuchen die Behörden der USA zu zerstreuen.

    Der Rädelsführer der Al Qaida ist nur noch imstande, mit Video- und Tonaufzeichnungen auf sich aufmerksam zu machen, beruhigte George Bushs Terrorberater Frances Townsend am Sonntag die Öffentlichkeit. „Er kann nur noch seine Botschaften durch die Welt posaunen. Der Mann befindet sich auf der Flucht und verschanzt sich in Höhlen“, machte er seinen Mitbürgern Mut.

    Bei den Anhörungen im US-Kongress aus Anlass des diesjährigen Jahrestages der Tragödie am Montag waren die Spitzen der Nachrichtendienste übrigens nicht ganz so forsch mit ihrem Urteil.

    Michael McConnell, US-Geheimdienstdirektor, Dienstherr aller Sicherheitsorgane, sagte den USA für die nächsten drei Jahre eine permanente Terrorbedrohung voraus, natürlich hauptsächlich von Seiten der Al Qaida, die neue Bluttaten in den USA im Sinn hat und in die Gewalt von chemischen, biologischen und atomaren Komponenten kommen will.

    Die bevölkertsten Plätze von Manhattan, ob nun die U-Bahn oder die Bahnhöfe wie auch andere gefährdete Orte, bewachen dieser Tage Polizisten mit Hunden, die auf das Aufspüren von Sprengstoffen geeicht sind. Auch eine Antwort auf Bin Laden.

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