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    Premierswechsel: Putin will mit Personalcoup im Spiel bleiben - „Wedomosti“

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    MOSKAU, 13. September (RIA Novosti). Mit dem Rücktritt der Regierung haben viele Menschen Antworten auf mindestens zwei Fragen gesucht: Wird nun ein Präsidentennachfolger feststehen? Und wenn ja - wer wird es sein? Präsident Wladimir Putin hat aber viele erneut mit seiner Personalentscheidung überrascht und beide Fragen ohne Antwort gelassen, schreibt die Tageszeitung „Wedomosti“ am Donnerstag.

    Der Präsident ist frei, beliebige Personalentscheidungen zu treffen. Diese Freiheit beruht auf dem überaus großen Vertrauen, das er genießt, und ist lediglich durch Interessen diverser Einflussgruppen im Kreml sowie durch strategische Ideen von Putin selbst begrenzt, die er hinsichtlich der Kombinationen hat, mit denen er den Einfluss einzelner Gruppierungen ausbilanzieren und seinen Einfluss bewahren soll.

    „Wir wissen, wie die echten Profis spielen - bis zur letzten Spielsekunde“, erklärte der Präsident am 10. September bei seinem Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten. „Ich werde genauso arbeiten und alles dafür tun, dass alle Minister, die Regierung und die Kreml-Administration im gleichen Stil arbeiten.“

    Bei seinem Rücktritt sagte Michail Fradkow dem Präsidenten am Mittwoch: „Es wäre richtiger, wenn ich selbst vorschlagen würde, das Amt des Regierungsvorsitzenden frei zu machen, damit Sie im Vorfeld der bevorstehenden politischen Ereignisse keine Einschränkungen bei der Gestaltung der Machtkonfiguration haben.“ Wohl erstmals wurde ein Regierungsrücktritt offiziell damit begründet, dass der Präsident bei seiner Wahl nicht eingeschränkt werden soll.

    Die heutige Situation ist nicht der ähnlich, in der Putin selbst an die Macht gekommen ist. Vor acht Jahren stand Präsident Boris Jelzin äußerst tief in der Popularitätsskala und konnte damit Putin nahezu nichts auf den Weg geben. Putins Popularität ist dagegen sehr hoch, und er könnte recht viel davon dem abgeben, den er als seinen Wunschnachfolger nennen wird.

    Als ein „technischer“ Präsident bis zu Putins Rückkehr in vier Jahren lässt sich Viktor Subkow durchaus vorstellen. Oder auch als ein „technischer“ Premier bei einem anderen „technischen“ Präsidenten. Oder sogar als ein provisorischer Premier, der die Aufmerksamkeit von den beiden Ersten Vizeregierungschefs Sergej Iwanow und Dmitri Medwedew bzw. von einem anderen Nachfolger ablenken soll, der vorerst irgendwo im Schatten steht.

    Dennoch hat der Präsident seinen ersten Schachzug gemacht. Putin sieht ein, dass es neben den Wahlen, bei denen er seine Popularität dem Wunschnachfolger ohne weiteres überlassen wird, einen Kampf hinter den Kremlmauern gibt. Sollte man nun vor den Wahlen nichts unternehmen, würde Putin bald als eine „lahme Ente“ verstanden.

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