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    Kommersant: Probleme im Dreieck Russland - Indien - China

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    MOSKAU, 25. Oktober (RIA Novosti). In Charbin haben sich gestern die Außenminister von Russland, China und Indien getroffen. Das Treffen sollte demonstrieren, dass das strategische Dreieck Moskau - Peking - Delhi angesichts der neuen Herausforderungen, so die Schaffung des amerikanisch-japanischen Raketenabwehrsystems im Stillen Ozean und die amerikanischen Versuche, die Positionen in Zentralasien auszubauen, an Durchschlagskraft gewinnt.

    Die Interessen der drei Seiten, schreibt die Moskauer Zeitung "Kommersant" am Donnerstag, scheinen sich jedoch nicht zu decken.

    „China vertritt den Standpunkt, dass das Programm der Raketenabwehr dem strategischen Kräftegleichgewicht und der Stabilität in der Welt schaden kann“, erklärte gestern der chinesische Außenminister. Yiang Jiechi hatte dabei vor allem das amerikanisch-japanische System im Stillen Ozean im Auge.

    Sergej Lawrow räumte indirekt ein, dass das Treffen ein Hauptziel verfolge: den USA in der Region die Stirn zu bieten. „Wir haben keine Pläne, einen Militärblock zu zimmern. Wir wollen die Probleme der Sicherheit über die multinationale Zusammenarbeit lösen, darunter auch mit dem dreiseitigen Treffen. Sie sollen aber auch im Rahmen der Shanghai-Organisation für Zusammenarbeit und anderer Organisationen gelöst werden“, erklärte er.

    In Moskau und in Peking werden die jüngsten Versuche Washingtons und seiner Verbündeten, konkurrierende regionale Zusammenschlüsse zu schaffen, mit Sorge verfolgt. Die USA betreiben die Gründung einer Organisation „Großzentralasien“ unter Ausschluss Russlands, während Japan den Gedanken einer Union der asiatischen Demokratien verfolgt. Zwar verfügen Moskau und Peking in Zentralasien über keine schlechten Positionen, doch in der indischen Richtung könnten sie Probleme bekommen.

    Eine deutliche Bestätigung, dass in den Reihen des Dreiecks keine Einmütigkeit herrscht, lieferte der indische Außenminister Pranab Mukherjee. Während seiner Begegnung mit Sergej Lawrow zog er es vor, das Thema der Raketenabwehr nicht direkt aufzuwerfen. Mit um so größerer Bereitwilligkeit erörterte er konkrete Wirtschaftsprojekte in der Energiewirtschaft und in der Raumfahrt.

    Neu Delhis Vorsicht ist durchaus erklärbar: Das Format des Dreiecks interessiert Indien wohl am meisten als Kanal für eine Normalisierung seiner Beziehungen mit China, mit dem es die Kontakte ausbauen will. Es ist aber auch ein Ort, wo es mit Russland über die Energiezusammenarbeit sprechen kann. Die indische Führung ist jedoch um dieser Ziele willen offensichtlich nicht geneigt, nach den Regeln zu spielen, die Moskau und Peking bestimmen wollen. Eine scharfe antiamerikanische Rhetorik will Neu Delhi nicht.

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