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    Handelskrieg zwischen Polen und Russland bald Vergangenheit - „Nesawissimaja Gaseta“

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    MOSKAU, 29. Oktober (RIA Novosti). Der Handelskrieg zwischen Moskau und Warschau, der mit dem russischen Importverbot für polnisches Fleisch im November 2005 begonnen hatte, nähert sich seinem Ende. Warschau willigte in Moskaus Hauptforderung ein und erklärte sich bereit, seine Fleischfabriken für russische Inspektoren zu öffnen, schreibt am Montag die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“.

    Die Beendigung des Konfliktes wird beiden Parteien nützlich sein. Polnische Hersteller bekommen wieder Zugang zum russischen Fleischmarkt, während Russland mit dem Abschluss eines neuen Partnerschaftsabkommens mit der EU rechnen darf. Polen blockierte bisher die Verhandlungen über das Abkommen und drohte, den russischen Beitritt zur WTO zu hindern, solange Moskau das Importverbot nicht aufhebt.

    Die russische Agraraufsichtsbehörde Rosselchosnadsor bildete bereits zwei Inspektionsgruppen, wie ihr Sprecher Alexej Alexejenko mitteilte. Ihm zufolge ermöglicht es der Regierungswechsel in Polen, den Konflikt zu entpolitisieren.

    Der Wahlsieg der polnischen Oppositionspartei „Bürgerplattform“ von Donald Tusk berechtigt zur Hoffnung, dass Warschau den Ton gegenüber Russland und der EU mildern wird. Am Samstag sagte die jetzige Außenministerin Anna Fotyga, Polen lasse russische Inspektoren nicht ins Land, solange Moskau das Einfuhrverbot nicht aufhebe. Im Amt der Außenministerin wird Fotyga jedoch nicht mehr als eine Woche bleiben.

    Laut Experten ist Polen mehr als Russland an der Beseitigung der Handelsschranken interessiert. Vor dem russischen Einfuhrstopp hatten Fleischlieferungen nach Russland Polen jährlich 400 Millionen Euro gebracht, fünf Prozent der gesamten Exportgewinne. „In den besten Zeiten entfielen 10 bis 15 Prozent des russischen Fleischkonsums auf polnische Fleischlieferungen“, sagte Agwan Mikaeljan, Generaldirektor der Consulting-Gruppe FinExpertisa. Nach der Aufhebung des Verbots könnten die Polen jedoch mit höchstens fünf Prozent rechnen, weil die Marktnische bereits von brasilianischen Lieferanten besetzt sei, sagte er. „Das um so mehr, da sich Brasilien in politischer Hinsicht stabiler erwiesen hat.“