14:54 15 Dezember 2017
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    Atomgespräche zwischen IAEO und Iran hinter verschlossenen Türen

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    Der stellvertretende Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), Olli Heinonen, und Irans Vize-Sicherheitschef Dschawad Waidi verhandeln am Montag in Teheran über die iranischen Urananreicherungs-Zentrifugen.

    TEHERAN, 29. Oktober (RIA Novosti). Der stellvertretende Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), Olli Heinonen, und Irans Vize-Sicherheitschef Dschawad Waidi verhandeln am Montag in Teheran über die iranischen Urananreicherungs-Zentrifugen.

    Die Verhandlungen finden hinter verschlossenen Türen statt. Zentrale Themen sind die Herkunft und der Betrieb der Gaszentrifugen P1 und P2, die zur Urananreicherung dienen.

    Am 24. Oktober hatten IAEO-Experten in Teheran Verhandlungen über die Zentrifugen P1 und P2 geführt. Details der Gespräche sind nicht bekannt.

    Die jetzige abschließende Runde wird voraussichtlich bis Mittwoch dauern. Heinonen sagte am Montag nach seiner Ankunft in Teheran, er rechne mit einem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen.

    Davor hatten die Seiten vom 9. bis 11. Oktober in Teheran verhandelt. Damals gaben sie an, mit den Ergebnissen zufrieden zu sein. Dschawad Waidi sagte damals, er habe der IAEO-Delegation Aufschluss über die Zentrifugen P1 und P2 gegeben.

    In der iranischen Atomanlage Natanz sind gegenwärtig rund 3000 Zentrifugen im Einsatz. Die Führung in Teheran kündigte wiederholt an, in Natanz 50 000 Zentrifugen aufzustellen, um auf ausländische Kernbrennstofflieferungen verzichten zu können.

    Die neuen iranischen Zentrifugen P2 sind eine Weiterentwicklung der P1-Zentrifugen. Sie sollen zuverlässiger im Betrieb und eine 90-prozentige Anreicherung des Urans ermöglichen, bei der der Gehalt des Isotopen Uran-235 für den Bau einer Atombombe ausreicht.

    Die Vereinten Nationen befürchten, dass Iran heimlich an Atomwaffen baut, und fordern von Teheran den Verzicht auf die Urananreicherung. Der Weltsicherheitsrat verabschiedete bereits zwei Resolutionen, die Sanktionen gegen Iran beinhalteten. Trotzdem weigert sich die iranische Regierung, die Urananreicherung einzustellen. Als Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrages habe Iran das Recht auf Urananreicherung zu friedlichen Zwecken, begründet Teheran seine ablehnende Haltung.

    Am 21. August vereinbarten Iran und die IAEO einen Zeitplan für die Klärung aller noch offenen Fragen zum Atomprogramm. Iran verpflichtete sich, alle Fragen bis Jahresende zu beantworten.

    Angesichts dessen haben die Sechser-Staaten (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland), die im Atomstreit vermitteln, am 28. September beschlossen, die Entscheidung über neue Sanktionen gegen Iran auf November zu verschieben. Bevor sie eine neue UN-Resolution zu Iran konzipiert, will die Sechser-Gruppe entsprechende Berichte von EU-Außenbeauftragten Javier Solana und IAEO-Generaldirektor Mohammed ElBaradei anhören.

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