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    Experten über die Eskalation in Georgien - Russlands Presse

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    MOSKAU, 08. November (RIA Novosti). Nach den Zusammenstößen zwischen der Polizei und der Opposition während der Proteste in der georgischen Hauptstadt Tiflis und der Eskalation der Lage hat Präsident Michail Saakaschwili den landesweiten Ausnahmezustand ausgerufen.

    Experten geben am Donnerstag in der russischen Presse ihre Meinung zu den Ereignissen in Georgien ab.

    Alexander Rahr, Direktor für Russland- und GUS-Programme in der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik: Im Westen wird das Problem Georgien nicht erörtert. Eine Kritik an Michail Saakaschwili wird bis zuletzt ausbleiben, weil die Meinung gilt, dass sie Russlands Positionen automatisch festige. Das Schweigen wird andauern, bis die georgischen Behörden die "Fluchtlinie" überschreiten und danach ein Schweigen einfach unmöglich sein wird. Die Frage ist, inwiefern die Opposition für die Fortsetzung der Protestaktionen im Rahmen des Gesetzes organisiert ist. Und wie sich die Macht aufführen wird, ob sie den autoritären Weg bis zu Ende geht.

    Wjatscheslaw Nikonow, Präsident der Stiftung "Politika": "Die USA positionierten Saakaschwili lange genug als das Hauptbollwerk der Demokratie im Kaukasus, als nachahmenswertes Beispiel.

    Aber in den letzten Wochen ändert sich die US-Position allmählich. Die westliche Presse spricht nun davon, dass Saakaschwili nicht in vollem Maße die Hoffnungen gerechtfertigt habe, dass es Fragen zur Demokratie in Georgien gebe. Zugleich haben die US-Behörden Verhandlungen mit der Opposition in Tiflis eingeleitet. Das bedeutet, dass sich die Amerikaner die Möglichkeit beliebiger Optionen bewahren. Wird sich Saakaschwili halten können, so wird er erneut ein 'Muster an Demokratie' und der beste Freund der USA sein. Siegt die Opposition, so wird es heißen, dass 'die Demokratie triumphiert' habe. In Georgien wird sie in jedem Fall triumphieren. Denn demokratisch ist vom Standpunkt der USA eine Regierung, das harte antirussische Positionen bezieht."

    Alexander Zipko, Politologe: "Saakaschwili ist in einer kritischen Situation. In einem Anfall von Verzweiflung ist er zu unvorhersehbaren Handlungen fähig. Deshalb ist nicht auszuschließen, dass Saakaschwili versuchen wird, einen 'kleinen siegreichen Krieg' anzuzetteln, beispielsweise in Südossetien oder Abchasien, um die Situation irgendwie zu seinen Gunsten zu wenden und das Volk von den Kundgebungen in Tiflis abzulenken."

    Maja Kawtaraschwili, unabhängige politische Expertin: "Ich persönlich finde nicht, dass überall die 'Hand von Moskau' zu suchen sei, wie die Behörden behaupten. Die Georgier haben da ein Sprichwort: 'Eine Festung wird während eines Angriffs nicht von außen, sondern von innen zerstört.' Von welchem politischen Dialog kann die Rede sein, wenn die Menschen mit Tränengas auseinandergejagt werden?"

    Quelle: „Nesawissimaja Gaseta“, „Komsomolskaja Prawda, „Rossijskaja Gaseta“

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