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    Russen lehnen Führerstatus für Putin ab - "Wedomosti"

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    MOSKAU, 05. Dezember (RIA Novosti). Trotz des traumhaften Ratings für Präsident Wladimir Putin sind bei weitem nicht alle Bürger bereit, ihn als nationalen Führer zu betrachten, schreibt Moskauer Zeitung "Wedomosti" in ihrer Mittwochausgabe.

    Die einen verstehen den Begriff nicht ganz, andere befürchten einen Personenkult. Nach Angaben des "Lewada-Zentrums" billigen nur 17 Prozent der Russen die Idee, Putin zum nationalen Führer auszurufen, 30 Prozent sind dagegen, weil sie meinen, dass das zu sehr an einen Personenkult erinnere. 27 Prozent sind bereit, in Putin den nationalen Führer zu sehen, aber nur wenn dieser Status durch das ganze Volk gebilligt oder in der Verfassung mit exakten Vollmachten festgeschrieben wird. Allerdings hörten nur 39 Prozent der Befragten von den Plänen, Putin zum nationalen Führer auszurufen, während 60 Prozent nichts davon wissen.

    Die Befragung wurde am 23.-26. November in 46 Regionen des Landes durchgeführt. Befragt wurden 1600 Personen. Dabei billigten 84 Prozent der Respondenten Befragten die Tätigkeit von Präsident Putin.

    52 Prozent der durch das Meinungsforschungszentrum WZIOM befragten Russen konnten nicht formulieren, was der Begriff "nationaler Führer" konkret bedeutet.

    Die Idee, Putin den Status des nationalen Führers zuzuerkennen, hat in den letzten Monaten weite Verbreitung gefunden. Die Initiative hatten Anhänger des Präsidenten gestartet, die sich in der Bewegung "Für Putin" und der Partei "Geeintes Russland" vereinigt haben.

    Der WZIOM-Generaldirektor Valeri Fjodorow stellt fest, dass der Begriff "nationaler Führer" sehr jung sei und überwiegend im Kreise der Eliten erörtert werde, zudem gebe es zu einem solchen Status keine historischen Analogien. Deshalb hätten es die Befragten schwer, die Idee einzuschätzen. Die misstrauische Einstellung dazu verbindet Fjodorow auch mit den Stimmungen der Intelligenz, welche die Macht a priori negativ aufnehme.

    Alexej Graschdankin, stellvertretender Direktor des "Lewada-Zentrums", sieht in der Ablehnung, den neuen Status von Putin zu legitimieren, eine Entstehung der demokratischen Kultur der Russen. Anzeichen einer Restauration der sowjetischen Traditionen lösen Gereiztheit aus, sagt der Soziologe.

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