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    Russland sieht Irans Atomwaffenbau bis 2003 nicht bewiesen - Mehr

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    Russland kann laut Außenminister Sergej Lawrow nicht die Angaben der US-Geheimdienste bestätigen, dass Iran bis 2003 an Atomwaffen gebaut hat.

    MOSKAU, 05. Dezember (RIA Novosti). Russland kann laut Außenminister Sergej Lawrow nicht die Angaben der US-Geheimdienste bestätigen, dass Iran bis 2003 an Atomwaffen gebaut hat.

    "Uns liegen keine Beweise vor, dass Iran bis 2003 Atomwaffen entwickelte", sagte Lawrow am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Moskau.

    Nach einem am Montag in Washington veröffentlichten Bericht der US-Geheimdienste soll das iranische Militär bis Herbst 2003 an Atomwaffen gebaut haben. Danach wurde das iranische Atomwaffenprogramm gestoppt.

    Dennoch müssen laut Lawrow alle strittigen Aspekte des iranischen Atomprogramms geklärt werden. "Gerade das ist das Ziel des IAEO-Einsatzes in Iran." Der russische Spitzendiplomat würdigte die engere Zusammenarbeit Irans mit der IAEO. Er verwies darauf, dass die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates bereits wichtige Beschränkungen für die atomaren Aktivitäten Irans verhängt haben.

    Bei der Entscheidung über eine neue UN-Resolution zum Iran werde Russland all diese Faktoren berücksichtigen, darunter auch den jüngsten Bericht der US-Geheimdienste, dem zufolge Iran kein Atomwaffenprogramm betreibt, sagte der russische Außenminister.

    Iran gerät wegen seinem Atomprogramm zunehmend unter Druck. Die Vereinten Nationen befürchten, dass der Nahoststaat heimlich an Atomwaffen baut, und fordern von Teheran den Verzicht auf die Urananreicherung. Der Weltsicherheitsrat verabschiedete bereits zwei Resolutionen, die Sanktionen gegen Iran beinhalteten.

    Trotzdem weigert sich die Regierung in Teheran, die Urananreicherung einzustellen. Als Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrages habe Iran das Recht auf Urananreicherung zu friedlichen Zwecken, begründet Teheran seine ablehnende Haltung. Angesichts dessen plädieren die USA und europäische Staaten für neue, härtere Sanktionen gegen Iran.

    Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) hat unterdessen Fortschritte bei der Kooperation mit Iran bei der Klärung der strittigen Aspekte dessen Atomprogramms gemeldet. IAEO-Chef Mohamed ElBaradei sagte vor zwei Wochen, dass die Inspektoren der Organisation bei ihrem Einsatz in Iran keine abweichende Nutzung von Atommaterial festgestellt hätten.