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    Jungpolitiker in Postsowjet-Staaten westlich orientiert - "Kommersant"

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    MOSKAU, 05. Dezember (RIA Novosti). Zum Vorsitzenden des ukrainischen Parlaments ist der 33-jährige Arseni Jazenjuk gewählt worden: ein weiteres Zeichen des Elitenwechsels im postsowjetischen Raum.

    Das schreibt Alexej Makarkin, Vizegeneraldirektor des Zentrums für Politische Technologien in der Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Übrigens war Jazenjuk auch schon Wirtschafts- und Außenminister. Die alte sowjetische Bürokratie räumt ihre Positionen und macht jungen Politikern Platz.

    Das Durchschnittsalter der ersten fünf bedeutenden Figuren im präsidententreuen Block "Unsere Ukraine - Selbstverteidigung des Volkes" beträgt 40 Jahre. Noch höher ist der Anteil der jungen Generation in der georgischen Regierung. Viele junge Politiker gehören den regierenden Eliten auch in den baltischen Staaten an. Die Einwohner der moldawischen Hauptstadt haben in diesem Jahr einen 29-jährigen Bürgermeister gewählt.

    In ihrer absoluten Mehrheit zeichnen sich die jungen postsowjetischen Politiker dadurch aus, dass sie sich am Westen orientieren. Die einen erhielten dort eine Hochschulbildung, andere absolvierten dort ihr Praktikum, wieder andere stehen in einem ständigen Dialog mit ihren westlichen Kollegen durch Teilnahme an verschiedenen internationalen Veranstaltungen - von bescheidenen "Rund-Tisch-Gesprächen" bis zu großen Konferenzen. Die meisten von ihnen sprechen fließend Englisch und bekennen sich zu den westlichen politischen und kulturellen Standards.

    Der Elitenwechsel im postsowjetischen Raum ist für die heutige russische Regierung kein Vorteil, weil die neuen Protagonisten keine Nostalgiegefühle nach der UdSSR empfinden und mit dem heutigen Russland wenig Gemeinsamkeiten haben. Die Erdölmacht, die an ihrer Staatsgrenze liegt, ist für sie eine nun einmal nicht wegzudenkende Gegebenheit.

    Zugleich hat Russland jetzt keine Möglichkeiten, zu dieser Politikergeneration eine ernsthafte Alternative zu formen. Das liegt bei weitem nicht nur daran, dass der Westen viel früher mit den kommenden Politikern in den GUS- und den baltischen Ländern zu arbeiten begann. Nicht minder wichtig ist auch die nicht sehr hohe Attraktivität des heutigen Russland mit seinen voraussagbaren Wahlergebnissen, seiner antiwestlichen Rhetorik und dem Einfluss des Staates auf die Medien, die der politischen Jugend der postsowjetischen Staaten zu groß ist.

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