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    Ex-Kanzler Schröder kritisiert Russland-Politik der USA

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    Als einen Fehler hat der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder die von den Vereinigten Staaten betriebene Politik der Eindämmung Russlands, unter anderem im Bereich der Raketenabwehr, bewertet.

    NEW YORK, 11. Dezember (RIA Novosti). Als einen Fehler hat der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder die von den Vereinigten Staaten betriebene Politik der Eindämmung Russlands, unter anderem im Bereich der Raketenabwehr, bewertet.

    "Ich habe den Eindruck, dass die Außenpolitik der USA zu stark darauf konzentriert ist, in den Beziehungen mit Russland eine Distanz zu halten", stellte er am Montag in der New Yorker Columbia Universität fest. "Wahrscheinlich ist das auf die Auswirkung der Zeiten zurückzuführen, in denen es zwei verfeindete Blöcke gegeben hat."

    Dies gelte unter anderem für den Streit um den geplanten US-Raketenschild in Osteuropa. "Die jetzigen Verhandlungen zwischen Russland und den USA müssen intensiviert werden, die Argumentation gegen dieses Projekt müsste berücksichtigt werden", so Schröder.

    Europa habe Angst vor einem neuen Wettrüsten infolge der Stationierung der US- Raketenschilds, stellte er fest. "Viele Deutsche lassen sich nicht davon überzeugen, dass das US-Raketenabwehrsystem in der jetzigen Form auf die Abwehr einer Angriffsgefahr gemünzt ist, die potentiell von Iran ausgeht. Dies wirkt mehr als eine Demonstration der Stärke gegenüber Russland, was ebenfalls als ein politisch falscher Schritt betrachtet werden könnte."

    Schröder verwies darauf, dass Russland ein überaus wichtiger Partner nicht nur für Europa, sondern auch für die USA ist: "Ohne Russland lassen sich die wichtigsten internationalen Aufgaben äußerst schwer lösen. Das gilt gleichermaßen für das Nahostproblem und für die Bemühungen um eine Regelung des Konflikts im Kosovo. Mehr noch: Russlands Unterstützung ist bei der Lösung solcher Fragen wie Abrüstung, Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen und Kampf gegen die globale Erwärmung notwendig."

    Nach seiner Meinung sollten sich Europa und die USA bei der Regelung von Streitfragen mit Russland kompromissbereiter zeigen. Eine ähnliche Einstellung zum Dialog müsste aber auch Moskau an den Tag legen.

    Ferner verwies der Ex-Kanzler auf die Schlüsselrolle Russlands bei der Gewährleistung stabiler Energielieferungen an die Weltmärkte.

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