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    Russland fordert Reaktion von UN-Sicherheitsrat auf Zeugenschutz-Skandal im Kosovo

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    Russland hat den UN-Sicherheitsrat aufgerufen, auf die „skandalöse Situation“ im Kosovo, wo Zeugen im Fall des ehemaligen Premiers und früheren Befehlshabers der UCK, Ramush Haradinaj, unter stillschweigender Duldung der UN-Verwaltung (UNMIK) eingeschüchtert werden, zu reagieren.

    NEW YORK /UNO, 11. Dezember (RIA Novosti). Russland hat den UN-Sicherheitsrat aufgerufen, auf die „skandalöse Situation“ im Kosovo, wo Zeugen im Fall des ehemaligen Premiers und früheren Befehlshabers der UCK, Ramush Haradinaj, unter stillschweigender Duldung der UN-Verwaltung (UNMIK) eingeschüchtert werden, zu reagieren.

    „Abermals berichtet der Chefankläger dem UN-Sicherheitsrat, dass ihr Büro in Bezug auf den Zeugenschutz auf die Mithilfe der UN-Verwaltung im Kosovo setzen wollte. Die Chancen auf eine Mitwirkung bleiben jedoch eine Illusion, denn, so heißt es in dem Bericht, der Angeklagte Haradinaj genießt die Unterstützung hoher Vertreter der UNMIK“, sagte der russische Gesandte Ilja Rogatschow vor dem UN-Sicherheitsrat.

    Am 10. Dezember hatte das Gremium den Bericht des UN-Tribunals für das ehemalige Jugoslawien diskutiert. In ihm war hervorgehoben worden, dass die Zeugen im Kosovo aus Angst oder unter Druck die Aussage verweigern. Es hieß außerdem, dass Haradinaj den Schutz des obersten Leitung der UNMIK genießt, die eigentlich verpflichtet ist, die Zeugen des Tribunals unter ihre Obhut zu nehmen.

    „Wir rufen die Mitglieder des UN-Sicherheitsrates abermals auf, unserem schon vor einiger Zeit unterbreiteten Vorschlag, eine Reaktion des UN-Sicherheitsrates auf die skandalöse Lage auszuarbeiten, die gebührende Aufmerksamkeit zu widmen“, führte Rogatschow aus.

    Haradinaj war im Oktober aus familiären Gründen aus dem Haager Gefängnis entlassen worden, um an der Beerdigung seines Verwandten teilnehmen zu können. UNMIK-Chef Joachim Rücker persönlich hatte sich für ihn verbürgt.

    Bei den Wahlen im November ist die von Haradinaj geführte Allianz für die Zukunft des Kosovo (AAK) auf fast 10 Prozent der Stimmen gekommen.

    Dem früheren Befehlshaber der separatistischen UCK werden massenhafte Verbrechen gegen Serben und andere Nationalitäten in der Zeit vom 1. März bis 30. September 1998 zur Last gelegt. Haradinaj hat sich 2005 der internationalen Justiz freiwillig gestellt.

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