12:14 23 August 2017
SNA Radio
    Politik

    Afghanische Opposition: Bevölkerung leidet unter westlicher Demokratie

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 4 0 0
    MOSKAU, 11. Dezember (RIA Novosti). Die Bevölkerung der Islamischen Republik Afghanistan leidet heute unter der westlichen Demokratie, die dem Land aufoktroyiert worden ist. Diese Auffassung brachte der bekannte Politiker der oppositionellen Parlamentsfraktion Nationale Front Afghanistans, Hodainasar Sarmatschar, in einem Interview für RIA Novosti zum Ausdruck.

    Der Belutsche Sarmatschar, während der Herrschaft des „prokommunistischen“ Regimes von Präsident Nadschibullah Gouverneur der Provinz Nimruz, ist mit einer überwältigenden Stimmenmehrheit für diese Provinz in das Unterhaus des Parlaments gewählt worden. Einen der bekannten Warlords der Mudschaheddin vom Volk der Hazara hat er weit hinter sich gelassen.

    „In den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat die gesamte kapitalistische Welt gegen uns gekämpft, um das prokommunistische Regime in die Knie zu zwingen und uns das westliche Demokratiemodell aufzuzwingen. Doch alles, was wir wollten, war ein Leben in Frieden, Brot für unsere Kinder, Arbeit für uns und Frieden für das ganze Volk von Afghanistan“, sagte der Abgeordnete.

    „Ich schäme mich meiner Vergangenheit nicht, denn auch damals habe ich alles im Interesse meines Volkes getan. Bei den letzten Wahlen habe ich keinen Wähler mit einem Stück Brot und nicht einmal mit einer Tasse Tee geködert. Ich habe nicht einmal eine Wahlkampagne geführt. Mein Volk kennt mich wegen meiner Taten, es glaubt mir. Ja, ich hatte meinen Berater. Ich wurde von den sowjetischen Freunden ausgebildet. Was ich von ihnen gelernt habe? Töte nicht und stehle nicht. Diene Deinem Volk, wie es auch immer kommen mag. Sich nicht die Taschen mit Geld vollstopfen, sondern das Letzte mit den Armen teilen“, erzählte der Politiker.

    Die westliche Demokratie, sagte er, hat dem Land nur Hunger, eine absolute Arbeitslosigkeit und vollständige Ungewissheit in den morgigen Tag gebracht.

    „Was sieht und hört das Volk Afghanistans heute? Es hört Worte von Demokratie und Freiheiten. Und es sieht eine totale Korruption, Drogenhandel, Diebstahl am Staatsvermögen und die Überweisung der Gelder auf Auslandskonten in ausländischen Banken. Es sieht Raffgier und Ungerechtigkeit. Was sollen die zornigen Worte der Regierung an die Adresse des Sozialismus und der sowjetischen Besatzer“, äußerte Hodainasar Sarmatschar.

    Unter den so genannten Kommunisten, hob er hervor, war die Tätigkeit der Regierung auf das Wohl der einfachen Menschen gerichtet. Es wurde der Gedanke der Gleichheit und Brüderlichkeit propagiert, unabhängig von der nationalen Zugehörigkeit. An ein solches Ausmaß der Korruption und des Diebstahls könne sich niemand erinnern, sagte er.

    „Ja, wir lebten nicht in Reichtum. Vieles gab es nicht. Doch das Lebensnotwendige hatte das Volk sehr wohl. Die Staatsbediensteten hatten Bezugsscheine für die lebensnotwendigen Waren. So viel Not, wie das Volk heute erleidet, gab es nicht. Ist es denn heute besser geworden? Die Welt ist ungerecht. Heute erzählt man uns von den hohen Tribünen etwas von Gleichheit. Doch gibt es sie heute, diese Gleichheit? Der Kapitalismus hat jeden auf seine soziale Stufe gestellt. Oben thronen nur wenige, während das ganze Volk sich ihnen zu Füßen befindet“, sagte Hodainasar Sarmatschar. „Sie reden von Brüderlichkeit, doch von was für einer Gleichheit mit ihnen kann für den arbeitenden Menschen, für das einfache Volk die Rede sein? Der Satte versteht den Hungrigen nicht.“

    Wie der Abgeordnete sagte, sind die Kinder der heutigen Herrscher Kapitalisten: Bankiers und Unternehmer. Das einfache Volk wird unterdessen vom „Hunger aufgeschwemmt“.

    „Für echte Gleichheit müssen die sozialen Bedingungen geschaffen werden. Wir hatten die Möglichkeit, eine Gesellschaft der Gleichheit und Gerechtigkeit zu schaffen, doch wir haben sie verspielt. Nun ist alles in der Hand von Korrupten“, sagte der Abgeordnete.

    „Die Herrschenden können das Wort Wahrheit nicht aussprechen und wollen es auch nicht. Dafür schwätzen sie von den Menschenrechten in Afghanistan. Sie reden von Demokratie, während das Volk eine solche westliche Demokratie nicht braucht.

    Das Volk braucht eine klare nationale Politik. Sie reden von der Integration in die Weltgemeinschaft und in die globalen Prozesse. Das brauchen die Leute nicht. Sie wollen etwas zu essen und zu trinken und Arbeit haben. Die globalen Fragen interessieren sie nicht. Wäre es nicht besser, sich in zwei oder drei Provinzen konkreter Dinge anzunehmen, als über die Prozesse in der Welt zu schwätzen?“, sagte der Abgeordnete.

    An der Operation in Afghanistan ist das multinationale Kontingent der Antiterrorkoalition beteiligt, an deren Spitze amerikanische Befehlshaber stehen. Das ISAF-Kontingent unter dem Kommando der NATO operiert in Afghanistan. Die Hauptaufgabe beider Truppen ist das Aufspüren und die Zerschlagung der im Lande kämpfenden Mitglieder der islamistischen Bewegung der Taliban und des internationalen Terrornetzes der Al-Qaida. Den Terroranschlag der Al-Qaida vom 11. September 2001 in New York haben die USA und ihre Bündnispartner zum Anlass genommen, in Afghanistan einzumarschieren. Damals hatten zwei von Terroristen entführte Passagierflugzeuge die Zwillingstürme des Welthandelszentrums in New York gerammt und sie zum Einsturz gebracht.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren