03:58 19 August 2017
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    Polens Premier Tusk schließt Verhandlungen mit Berlin und Moskau über Ostseepipeline nicht aus

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    Der polnische Regierungschef Donald Tusk schließt dreiseitige Verhandlungen zwischen Polen, Russland und Deutschland über die Ostsee-Gaspipeline nicht aus.

    BERLIN, 11. Dezember (RIA Novosti). Der polnische Regierungschef Donald Tusk schließt dreiseitige Verhandlungen zwischen Polen, Russland und Deutschland über die Ostsee-Gaspipeline nicht aus.

    "Ich halte es für möglich, dass drei interessierte Seiten Varianten dieser Gasleitung besprechen werden", sagte Tusk am Dienstag nach Verhandlungen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel vor der Presse in Berlin. "Wir beide (Tusk und Merkel) haben uns zu diesem Gespräch bereit erklärt, sollten die Umstände eine solche Entwicklung begünstigen."

    Das Projekt Nord Stream bleibe nach Tusks Worten weiterhin ein kompliziertes Thema in den polnisch-deutschen Beziehungen. Die Kanzlerin habe die Bereitschaft bekundet, die polnischen Interessen im Rahmen eines Projekts mit zu berücksichtigen. Diese Tatsache allein ist schon ein positiver Faktor. "Aber die Idee (der Gaspipeline) als solche ist in ökonomischer oder finanazieller Hinsicht irrational", sagte Tusk.

    Zugleich äußerte der polnische Regierungschef seine Zufriedenheit damit, dass Merkel die polnische Position zur "Energiesolidarität und zur Zuverlässigkeit der Energielieferungen" zur Kenntnis genommen hatte. "Ich freue mich darüber, dass wir über die Ostseepipeline Nord Strem mit einander sprechen können. Das bedeutet, dass beide Seiten ihre Bereitschaft bekräftigen, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen... Nur solche Gespräche haben Sinn."

    Tusk zufolge hatten sich die Seiten auch bereit erklärt, ihre Positionen zugunsten des anderen zu ändern, wenn stichhaltige Argumente dafür vorliegen.

    Merkel teilte mit, dass die Wirtschaftsminister beider Länder einen Austausch ökonomischer Einschätzungen für das Nord Stream-Projekt vereinbart hatten. Es sei nur natürlich, dass jedes Land eine klare Vorstellung von ökonomischen Vor- und Nachteilen haben solle, sagte die Bundeskanzlerin.

    Das Betreiberkonsortium Nord Stream wurde vom russischen Gasmonopolisten Gasprom sowie den deutschen Energiekonzernen E.ON und BASF-Tochter Wintershall gegründet. Im November 2007 stieg auch die niederländische Gasunie ein. Vorsitzender des Aufsichtsrates ist Altbundeskanzler Gerhard Schröder. Über die 1200 Kilometer lange Leitung soll ab 2010 russisches Gas direkt nach Deutschland gepumpt werden. Die Jahresleistung der Pipeline soll in der ersten Phase rund 27,5 Milliarden Kubikmeter betragen und später durch den Bau eines zweiten Stranges verdoppelt werden.