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    Kaum Hoffnung auf Tauwetter zwischen Russland und Georgien - "Kommersant"

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    MOSKAU, 21. Januar (RIA Novosti). Georgiens neuer alter Präsident hat sich behauptet, in Russland wird bald ein neuer, wenn auch vom Vorgänger stark geprägter Staatschef an die Macht kommen.

    Das schreibt Alexej Malaschenko vom Moskauer Carnegie-Zentrum in der Montagsausgabe von „Kommersant“ Montag.

    Die Beziehungen zwischen beiden Ländern liegen am Boden, dabei muss die Krise doch überwunden werden, so der Experte.

    Russlands Außenminister Sergej Lawrow kam zur Amtseinführung des wiedergewählten georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili als „Neuausgabe“. Der erklärte, die Beziehungen zu Russland aus der Eiszeit bringen zu wollen. Möglicherweise ist das eine Anspielung darauf, dass sich die antirussische Rhetorik in Tiflis etwas legen könnte. Die entstehende Situation könnte Saakaschwili dazu bewegen.

    Doch ist ein baldiger Umbruch auch nicht zu erwarten. Es ist unmöglich, die Beziehungen von einer "blanken Seite" anzubahnen. Gar nicht einfach ist es, das Blatt einfach nur zu wenden. Weder die abchasische noch die südossetische Frage wird sich von selbst lösen, und überhaupt: Werden diese Fragen überhaupt einmal ganz verschwinden? Zumal Russland und Georgien vor einer neuen Prüfung - der Kosovo-Frage - stehen. Dass das Kosovo anerkannt wird, bezweifelt niemand. Das ist nur eine Frage von kurzer Zeit.

    Die Anerkennung des Kosovo öffnet, gemäß der diplomatischen Logik in Moskau, der Anerkennung Abchasiens Tür und Tor. Das kann bestritten werden, aber sozusagen auf der Ebene eines Gesprächs im Freundeskreis. Es ist bereits zu spät, der russischen und der abchasischen Gesellschaft zu erklären, warum das, was die anderen dürfen, den anderen verboten ist.

    Nach der Lösung des Kosovo-Problems gerät Moskau in eine Falle: Abchasien als souverän anzuerkennen ist schon deshalb unmöglich, weil das einen Präzedenzfall für den postsowjetischen Raum schafft, und das betrifft nicht nur Karabach. Aber durch eine Nichtanerkennung wird Russland seine fehlende Standfestigkeit in der Außenpolitik demonstrieren - und, was sehr wichtig ist, in den Augen der Nordkaukasier, wo Verlierer nicht geschätzt werden, als schwach dastehen. Übrigens gibt es dort schon wieder Politiker, die bereit sind, Freiwillige nach Abchasien zu entsenden.

    Sergej Lawrows Mission ist alles andere als leicht, zumal in Tiflis so gut wie niemand prorussisch gesinnt ist. Wir wollen jedoch nicht vergessen, dass zu den russisch-georgischen Beziehungen zwei Seiten gehören. Im Moment ist es wie noch nie wichtig, wie sich der Kreml verhalten wird. Wird Moskau wenigstens ein Millimeter vom harten Kurs abweichen - oder besteht für Russland kein Unterschied zwischen Saakaschwili-1 und Saakaschwili-2?

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